Donnerstag, 31. März 2011

Mehr Tonsai und Bangkok


Bangkok Flughafen - der Urlaub ist vorbei, jetzt kommt nur noch die Heimreise.

Wir hatten noch viel Spaß in Tonsai, immer nette Leute um uns und die Ausdauer wurde auch deutlich besser. Wir konnten beide mehrere 7cs klettern, yuhu. Das waren wirklich schöne Routen und wir haben auch nicht viele Versuche gebraucht. Schwerere Routen gibt’s leider nicht so viele und die die wir versucht haben, gingen nicht so richtig. Gegen Ende hat es mehr geregnet, dafür wars etwas kühler und beim Klettern lief nicht mehr der Schweiß in die Augen.
An einem Ruhetag haben wir uns ein Moped gemietet, kostet knapp 4 Euro am Tag und die Dinger fahren locker 80 mit zwei Leuten drauf. Damit sind wir zu einem Tempel gedüst, wo man 1237 Stufen zu einem goldenen Riesenbuddha und ner goldenen Riesenglocke hochlaufen kann. Die Stufen sind zum Teil kniehoch und megasteil und man fragt sich echt, warum man so was am Ruhetag macht, aber oben gibt’s nen coolen Blick, u. a. auf diese Kalk/Karst-Türme, die man eher von Bildern aus China oder Vietnam kennt, die hier aber auch rumstehen. Die reichen bis ans Meer, dort klettert man dran und nennt es Tonsai :) Im Hinterland gibt’s auf jeden Fall viel Felspotential, falls Tonsai irgendwann zu poliert und zugemüllt ist.  Auf dem Rückweg vom Tempel haben wir noch Elefanten gesehen, die im Wald rumstehen und auf denen man reiten kann (war uns zu teuer und die Elefanten sahen soo traurig aus).

Schließlich sind wir nach Bangkok zurückgefahren und wurden erstmal am falschen Busbahnhof rausgeworfen, weil keiner englisch sprach. Mit dem öffentlichen Bus gings weiter zur Khao San Road, die ist das Zentrum des Touristenviertels. Eigentlich ist das ne ganz normale langweilige Straße, aber irgendwie haben sich in der Umgebung alle Hostels und Gefakte-T-Shirts-Läden etc. angesiedelt und so ist dort vor allem abends die Hölle los. Wir hatten ein sehr nettes Guesthouse nur 150 m von Khao San weg in einer kleinen Gasse, wo auf einmal gar nix mehr los ist.

Bangkok ist eine krasse Stadt, aber eigentlich schon cool, wenn man sein ganzes Zeug in einem Zimmer untergebracht hat, aus dem einem nix geklaut wird und dann in Ruhe rumlaufen kann. Auf den Straßen ist übelst was los, überall ist Stau, mindestens ein Drittel der Autos sind Taxen, dazu kommen Tuk Tuks (dreirädrige offene Taxen), haufenweise Mopeds, etc. Wir haben uns immer mit den öffentlichen Bussen bewegt, das ist billig ( etwa 15 bis 30 Cent pro Fahrt oder kostenlos) und unterhaltsam und man findet auch immer einen Thai, der einem sagt wann man aussteigen muss. Auf den Fußwegen ist genauso viel los, denn dort steht ein Stand am anderen. Man kann hier quasi alles kaufen, vor allem gibt es leckeres Essen, was direkt vor einem gebrutzelt wird und hygienisch auch ok ist. Wir haben ständig für 50 Cent irgendwelche leckeren Teilchen probiert.

Wir haben uns ein paar große Tempel wie Wat Pho und Wat Arun angeguckt, da gibt es haufenweise Buddha- Statuen und alles ist golden und glitzert, das ist schon echt sehenswert. Manchmal findet man auch einen weniger bekannten Tempel, biegt aus dem Trubel der Straßen einfach in einen Hinterhof und hat plötzlich völlige Ruhe.

Gestern waren wir shoppen und konnten die Gegensätze zwischen billigem Großmarkt und Luxuseinkaufszentrum kennenlernen. Der Markt besteht aus kleinen Buden wo alle möglichen Klamotten verkauft werden, es gibt überall bunte Sachen und manchmal fühlt man sich wie in Hrensko. Im Einkaufszentrum Siam Paragon dagegen gibt’s in der zweiten Etage einen Lamborghini-Laden…
Am angenehmsten wars im MBK, das ist ein Megaeinkaufszentrum, wo viele Einheimische einkaufen, es gibt unendlich viele kleine Läden und man kann so ziemlich alles kaufen. Noch ein kurzer Abstecher nach Chinatown für noch mehr krasse Eindrücke, dann sind wir fußlahm, hatten aber einen coolen Tag mit viel Essen und Shoppen.

Also dann, man sieht sich in Dresden.

Montag, 14. März 2011

Thailand

…ist anders, aber sehr schön. Das heiße, stickige Bangkok mit seinen 8 Millionen Einwohnern haben wir so schnell wie möglich verlassen und uns das Sightseeing für den Schluss aufgehoben. Wir haben uns also nur zum Hotel und am nächsten Morgen zum Southern Bus Terminal bewegt, um den öffentlichen Bus nach Krabi zu nehmen. Der Bus kostet etwa 15 Euro und fährt über Nacht, 800 km in 12 h. Die Fahrt war erstaunlich komfortabel, in den öffentlichen Bussen wird zudem nicht geklaut. Bei den privaten Bussen, die in den Touristenzentren angeboten werden, fährt oft jemand unten im Gepäckfach mit und durchsucht dann in Ruhe deinen Rucksack. Unterwegs steht mindestens jeden Kilometer ein großes Bild vom König, außerdem wird zweimal am Tag an öffentlichen Plätzen, im Radio, etc. die Nationalhymne gespielt und dann stellen sich alle hin und das ganze Leben steht für eine halbe Minute still.

Straende von Tonsai (der kleine links) und Railey


Von Krabi fährt man mit dem Kleinbus nach Ao Nang und dann mit dem Longtailboot nach Ton Sai. Dort biegt man in die Bucht ein und fühlt sich wie im Paradies. Strand und auf beiden Seiten große Felsen mit dicken Sintern. Wir haben einen Bungalow im Green Valley Ressort für 200 Baht (1 € = 42 Baht) pro Nacht. Die Wände sind aus Bambusmatten, d.h. man kann durch die Löcher rausgucken und es kommt auch Viehzeug rein, aber wir hatten bisher noch keine größeren Probleme, das Bett ist sehr bequem, es ist sauber, das Moskitonetz funktioniert und wir haben ein eigenes Bad. Das Bad ist ganz witzig, denn es gibt keine Klospülung, sondern einen großen Wassereimer mit einer kleineren Plastikschüssel, mit der man spülen soll (bzw. mit der man sich eigentlich auch den Hintern abspülen soll). Die Dusche hängt einfach daneben an der Wand.


Ton Sai ist voller Kletterer, entsprechend angenehm ist die Atmosphäre. Überall gibt es Bars und Essenstände, ein leckeres Abendessen kostet zu zweit etwa 5 €. Manchmal ist es etwas zu scharf, aber mit dem berüchtigten Magenproblemen hatten wir noch nicht wirklich zu tun. Direkt neben der letzten Strandbar beginnt der erste Klettersektor, ein fettes Dach. Auch zu den anderen Sektoren ist es nicht besonders weit, die Kletterei ist überall steil und es gibt die größten Sinter, die wir je gesehen haben. Natürlich ist vieles ziemlich poliert, wobei das eigentlich nur bei den Tritten etwas stört, weil die Griffe verhältnismäßig groß sind. Weil gerade Nebensaison ist, muss man selten an den Routen anstehen, in der Hauptsaison sind hier wohl viermal so viele Leute. Wir schwitzen beim Klettern wie wir noch nie im Leben geschwitzt haben, es läuft richtig. Es ist echt übelst warm. Trotzdem geht 7b und 7b+ bei uns beiden schon ganz gut, an 7c arbeiten wir.

Tino beim Deep Water Solo

Sonnenuntergang am Traumstrand (kurz vorm Bootsuntergang)
Wir waren auch schon beim Deep Water Soloing. Dazu haben wir zu acht (u.a. mit André Borowka und Isabell) ein Longtailboot inkl. Fahrer gemietet und sind zu den Inseln vor Ton Sai gefahren. Mit einem Kanu fährt man die letzten Meter zum Fels, klettert aus dem Kanu los, bis man abfällt und ins Wasser platscht bzw. meistens eher bis man sich nicht mehr weiter traut und reinspringt. Das macht auf jeden Fall viel Spaß, denn das Wasser hat die perfekte Temperatur. Zum Abschluss sind wir zum Sonnenuntergangangucken an einen Traumstrand gefahren. Der Strand ist ein schmaler Sandwall zwischen zwei Miniinseln, der bei Flut 1,5 m breit bzw. teilweise ganz unter Wasser ist. Der Sand ist fein und weiß, wirklich supertoll. Nach dem Sonnenuntergang wollten wir nach Ton Sai zurück fahren, leider ist unser Fahrer 50 m vom Strand entfernt im knietiefen Wasser auf einen Stein gefahren, wodurch das Boot ein großes Loch bekam und in wenigen Sekunden geflutet war. Die Rucksäcke und so konnten wir in Sicherheit bringen, allerdings saßen wir nun auf der Insel fest. Das einzige andere Boot das noch da war, machte den gleichen Fehler (wie blöd kann man sein) und fuhr sich auf den Steinen fest, bekam allerdings kein Loch. Also wurde beschlossen, erstmal auf Flut zu warten. Naja, man kann sich Schlimmeres vorstellen als auf einer kleinen Insel mit tollem Strand abzuhängen und auf Flut zu warten. Die Gruppe von dem anderen Boot hatte sogar noch Bier, das in dieser Notsituation natürlich mit uns geteilt wurde. Nach einer Stunde oder so war das Wasser dann hoch genug und so wurden erst die anderen und dann wir gerettet.

Typisch Tonsai: Affen spielen im Muell


Ein bisschen Abenteuer haben wir hier jeden Tag, irgendwas ist immer los. Beim Klettern mit Jan und Kathi aus Hamburg (haben wir im Bus getroffen) wurden wir von Affen attackiert. Von Weitem sind die ja echt lustig anzugucken, aber während Jan topropte kam die Affenbande neben ihm kopfüber eine Liane runter und umringte uns unten. Die Viecher gehen echt aggressiv auf Essen (besonders Bananen) und haben überhaupt keine Angst. Kathi musste sich mit dem Chef der Bande einen Kampf um ihre Tasche liefern und wir hatten richtig Angst gebissen zu werden. Ordentlich Krach mit einem großen Stock konnte die Viecher vertreiben und wir haben nur unser Mittagessen eingebüßt, aber gruslig war es schon. Nachher wurden wir vom Affenchef von oben mit Steinen beworfen, auch nett.

Ansonsten ist es hier aber echt schön, wir haben viel Spaß und freuen uns, dass wir noch 2,5 Wochen Zeit haben.

Sonntag, 6. März 2011

Blue Mountains und Sydney

Erstmal ein kurzer Nachtrag zum letzten Blog: Eine Lebensweisheit von Tino zu meinem Rumgejammer in einem Riss am Mt. Buffalo: „Es tut kürzer weh, wenn du schneller kletterst.“.

Jetzt sitzen wir schon in Sydney auf dem Flughafen, diesmal musste ich zur Sprengstoffkontrolle.

Blue Mountains
Lisa in Loop the Loop 25
Abendprogramm - sehr lecker
Die letzten beiden Wochen waren noch mal richtig gut, denn wir waren in den sehr schönen Blue Mountains klettern. Die sind 2 Stunden von Sydney weg und eines der tollsten Klettergebiete, die wir kennen. Es gibt unendlich viele Sandsteincliffs, mit Routen aller Art. D.h. Sportkletterrouten genauso wie selbstabzusichernde Kletterei, senkrechte Platten mit kleinen Leisten genauso wie große Überhänge, 15 m Routen genauso wie 250 m Routen. Wir konnten uns kaum entscheiden, wo wir anfangen und müssen auch unbedingt noch mal herkommen, weil es noch so viel zu tun gibt. In der ersten Woche haben wir so ziemlich alle der oben genannten Möglichkeiten getestet und waren begeistert. In der 2-Seillängenroute Wally World (22) waren wir auf einmal mitten im Nebel.  Ziemlich cool mystisch, wenn auf einmal alles nur noch weiß ist und man weder den Boden noch die anderen Talwände sieht. Wir haben uns noch mal mit Jamie getroffen, der in den Blueys wohnt, den wir aber auf Tasmanien kennengelernt haben. Am Ruhetag haben wir mit ihm nach einem üblen Zustiegs-Bushwalk eine schöne leichte 3-Seillängenroute (On both sides of the Glass) gemacht. Jamie ist Amerikaner, d. h. er redet sehr viel, er lebt aber schon lange in Australien, d.h. er ist supernett. Wir waren auch im Hardmover-Sektor Diamond Falls, wo die Aufwärmroute 26 ist und in einem Haufen anderer cooler Sektoren.

Dann haben wir letztes Wochenende unser Auto in Sydney übergeben. Zum Glück erreicht man die Blue Mountains auch sehr gut und günstig mit dem Zug, nur die Gebietsauswahl ist dann ziemlich eingeschränkt. Glücklicherweise war Daniel Hahn mit Jana, Leona und Camillo auch gerade da und wir konnten zwei Tage mit ihnen klettern gehen. Zum Schluss waren wir wieder allein und haben direkt am Centennial Glen unter der Main Wall unser Zelt aufgestellt, was die Locals natürlich sehr lustig fanden. Am letzten Tag waren wir ziemlich erfolgreich und haben gleich mehrere 25er am Centennial Glen und Porters Pass geonsightet und noch mehr richtig geile Routen geklettert. Zum Abschluss haben wir nachts unterm Wasserfall geduscht, bevor es am nächsten Morgen zurück nach Sydney ging. Wir haben uns wieder bei Colin einquartiert und er war mit uns „The Clock“, die berühmteste Route in Sydney, klettern und auch noch an einem Seacliff direkt in Sydney. Dann haben wir uns für einen Tag seine Fahrräder geschnappt und uns Sydney angeguckt - Botanischer Garten, Oper, Harbour Bridge. Das Fahrrad ist dafür wirklich das beste Verkehrsmittel.

Mit den Fahrraedern durch Sydney


Und zum Abschluss gabs gestern noch ein Highlight der anderen Art: die Mardi Gras Parade, die größte Schwulen- und Lesbenparade der Welt. Ganze 2,5 Stunden lang bewegte sich der krass schrille Umzug an uns vorbei, dazu 300.000 Zuschauer, echt abgefahren. Nach der Hälfte der Zeit hatten wir jeder zwei Getränkekisten zum draufstellen ergattert und konnten gut über die anderen Leute gucken. Nicht nur die Leute in der Parade sind schrill, auch viele der Zuschauer wollen sich wohl gern zum Klops machen. Man kann das gar nicht richtig beschreiben, aber wir haben natürlich das eine oder andere Bild gemacht J. Leider müssen wir jetzt ins Flugzeug, also kommen die Bilder später.
Mardi Gras - Vorbereitung der Teilnehmer