Sonntag, 6. März 2011

Blue Mountains und Sydney

Erstmal ein kurzer Nachtrag zum letzten Blog: Eine Lebensweisheit von Tino zu meinem Rumgejammer in einem Riss am Mt. Buffalo: „Es tut kürzer weh, wenn du schneller kletterst.“.

Jetzt sitzen wir schon in Sydney auf dem Flughafen, diesmal musste ich zur Sprengstoffkontrolle.

Blue Mountains
Lisa in Loop the Loop 25
Abendprogramm - sehr lecker
Die letzten beiden Wochen waren noch mal richtig gut, denn wir waren in den sehr schönen Blue Mountains klettern. Die sind 2 Stunden von Sydney weg und eines der tollsten Klettergebiete, die wir kennen. Es gibt unendlich viele Sandsteincliffs, mit Routen aller Art. D.h. Sportkletterrouten genauso wie selbstabzusichernde Kletterei, senkrechte Platten mit kleinen Leisten genauso wie große Überhänge, 15 m Routen genauso wie 250 m Routen. Wir konnten uns kaum entscheiden, wo wir anfangen und müssen auch unbedingt noch mal herkommen, weil es noch so viel zu tun gibt. In der ersten Woche haben wir so ziemlich alle der oben genannten Möglichkeiten getestet und waren begeistert. In der 2-Seillängenroute Wally World (22) waren wir auf einmal mitten im Nebel.  Ziemlich cool mystisch, wenn auf einmal alles nur noch weiß ist und man weder den Boden noch die anderen Talwände sieht. Wir haben uns noch mal mit Jamie getroffen, der in den Blueys wohnt, den wir aber auf Tasmanien kennengelernt haben. Am Ruhetag haben wir mit ihm nach einem üblen Zustiegs-Bushwalk eine schöne leichte 3-Seillängenroute (On both sides of the Glass) gemacht. Jamie ist Amerikaner, d. h. er redet sehr viel, er lebt aber schon lange in Australien, d.h. er ist supernett. Wir waren auch im Hardmover-Sektor Diamond Falls, wo die Aufwärmroute 26 ist und in einem Haufen anderer cooler Sektoren.

Dann haben wir letztes Wochenende unser Auto in Sydney übergeben. Zum Glück erreicht man die Blue Mountains auch sehr gut und günstig mit dem Zug, nur die Gebietsauswahl ist dann ziemlich eingeschränkt. Glücklicherweise war Daniel Hahn mit Jana, Leona und Camillo auch gerade da und wir konnten zwei Tage mit ihnen klettern gehen. Zum Schluss waren wir wieder allein und haben direkt am Centennial Glen unter der Main Wall unser Zelt aufgestellt, was die Locals natürlich sehr lustig fanden. Am letzten Tag waren wir ziemlich erfolgreich und haben gleich mehrere 25er am Centennial Glen und Porters Pass geonsightet und noch mehr richtig geile Routen geklettert. Zum Abschluss haben wir nachts unterm Wasserfall geduscht, bevor es am nächsten Morgen zurück nach Sydney ging. Wir haben uns wieder bei Colin einquartiert und er war mit uns „The Clock“, die berühmteste Route in Sydney, klettern und auch noch an einem Seacliff direkt in Sydney. Dann haben wir uns für einen Tag seine Fahrräder geschnappt und uns Sydney angeguckt - Botanischer Garten, Oper, Harbour Bridge. Das Fahrrad ist dafür wirklich das beste Verkehrsmittel.

Mit den Fahrraedern durch Sydney


Und zum Abschluss gabs gestern noch ein Highlight der anderen Art: die Mardi Gras Parade, die größte Schwulen- und Lesbenparade der Welt. Ganze 2,5 Stunden lang bewegte sich der krass schrille Umzug an uns vorbei, dazu 300.000 Zuschauer, echt abgefahren. Nach der Hälfte der Zeit hatten wir jeder zwei Getränkekisten zum draufstellen ergattert und konnten gut über die anderen Leute gucken. Nicht nur die Leute in der Parade sind schrill, auch viele der Zuschauer wollen sich wohl gern zum Klops machen. Man kann das gar nicht richtig beschreiben, aber wir haben natürlich das eine oder andere Bild gemacht J. Leider müssen wir jetzt ins Flugzeug, also kommen die Bilder später.
Mardi Gras - Vorbereitung der Teilnehmer

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