Donnerstag, 31. März 2011

Mehr Tonsai und Bangkok


Bangkok Flughafen - der Urlaub ist vorbei, jetzt kommt nur noch die Heimreise.

Wir hatten noch viel Spaß in Tonsai, immer nette Leute um uns und die Ausdauer wurde auch deutlich besser. Wir konnten beide mehrere 7cs klettern, yuhu. Das waren wirklich schöne Routen und wir haben auch nicht viele Versuche gebraucht. Schwerere Routen gibt’s leider nicht so viele und die die wir versucht haben, gingen nicht so richtig. Gegen Ende hat es mehr geregnet, dafür wars etwas kühler und beim Klettern lief nicht mehr der Schweiß in die Augen.
An einem Ruhetag haben wir uns ein Moped gemietet, kostet knapp 4 Euro am Tag und die Dinger fahren locker 80 mit zwei Leuten drauf. Damit sind wir zu einem Tempel gedüst, wo man 1237 Stufen zu einem goldenen Riesenbuddha und ner goldenen Riesenglocke hochlaufen kann. Die Stufen sind zum Teil kniehoch und megasteil und man fragt sich echt, warum man so was am Ruhetag macht, aber oben gibt’s nen coolen Blick, u. a. auf diese Kalk/Karst-Türme, die man eher von Bildern aus China oder Vietnam kennt, die hier aber auch rumstehen. Die reichen bis ans Meer, dort klettert man dran und nennt es Tonsai :) Im Hinterland gibt’s auf jeden Fall viel Felspotential, falls Tonsai irgendwann zu poliert und zugemüllt ist.  Auf dem Rückweg vom Tempel haben wir noch Elefanten gesehen, die im Wald rumstehen und auf denen man reiten kann (war uns zu teuer und die Elefanten sahen soo traurig aus).

Schließlich sind wir nach Bangkok zurückgefahren und wurden erstmal am falschen Busbahnhof rausgeworfen, weil keiner englisch sprach. Mit dem öffentlichen Bus gings weiter zur Khao San Road, die ist das Zentrum des Touristenviertels. Eigentlich ist das ne ganz normale langweilige Straße, aber irgendwie haben sich in der Umgebung alle Hostels und Gefakte-T-Shirts-Läden etc. angesiedelt und so ist dort vor allem abends die Hölle los. Wir hatten ein sehr nettes Guesthouse nur 150 m von Khao San weg in einer kleinen Gasse, wo auf einmal gar nix mehr los ist.

Bangkok ist eine krasse Stadt, aber eigentlich schon cool, wenn man sein ganzes Zeug in einem Zimmer untergebracht hat, aus dem einem nix geklaut wird und dann in Ruhe rumlaufen kann. Auf den Straßen ist übelst was los, überall ist Stau, mindestens ein Drittel der Autos sind Taxen, dazu kommen Tuk Tuks (dreirädrige offene Taxen), haufenweise Mopeds, etc. Wir haben uns immer mit den öffentlichen Bussen bewegt, das ist billig ( etwa 15 bis 30 Cent pro Fahrt oder kostenlos) und unterhaltsam und man findet auch immer einen Thai, der einem sagt wann man aussteigen muss. Auf den Fußwegen ist genauso viel los, denn dort steht ein Stand am anderen. Man kann hier quasi alles kaufen, vor allem gibt es leckeres Essen, was direkt vor einem gebrutzelt wird und hygienisch auch ok ist. Wir haben ständig für 50 Cent irgendwelche leckeren Teilchen probiert.

Wir haben uns ein paar große Tempel wie Wat Pho und Wat Arun angeguckt, da gibt es haufenweise Buddha- Statuen und alles ist golden und glitzert, das ist schon echt sehenswert. Manchmal findet man auch einen weniger bekannten Tempel, biegt aus dem Trubel der Straßen einfach in einen Hinterhof und hat plötzlich völlige Ruhe.

Gestern waren wir shoppen und konnten die Gegensätze zwischen billigem Großmarkt und Luxuseinkaufszentrum kennenlernen. Der Markt besteht aus kleinen Buden wo alle möglichen Klamotten verkauft werden, es gibt überall bunte Sachen und manchmal fühlt man sich wie in Hrensko. Im Einkaufszentrum Siam Paragon dagegen gibt’s in der zweiten Etage einen Lamborghini-Laden…
Am angenehmsten wars im MBK, das ist ein Megaeinkaufszentrum, wo viele Einheimische einkaufen, es gibt unendlich viele kleine Läden und man kann so ziemlich alles kaufen. Noch ein kurzer Abstecher nach Chinatown für noch mehr krasse Eindrücke, dann sind wir fußlahm, hatten aber einen coolen Tag mit viel Essen und Shoppen.

Also dann, man sieht sich in Dresden.

Montag, 14. März 2011

Thailand

…ist anders, aber sehr schön. Das heiße, stickige Bangkok mit seinen 8 Millionen Einwohnern haben wir so schnell wie möglich verlassen und uns das Sightseeing für den Schluss aufgehoben. Wir haben uns also nur zum Hotel und am nächsten Morgen zum Southern Bus Terminal bewegt, um den öffentlichen Bus nach Krabi zu nehmen. Der Bus kostet etwa 15 Euro und fährt über Nacht, 800 km in 12 h. Die Fahrt war erstaunlich komfortabel, in den öffentlichen Bussen wird zudem nicht geklaut. Bei den privaten Bussen, die in den Touristenzentren angeboten werden, fährt oft jemand unten im Gepäckfach mit und durchsucht dann in Ruhe deinen Rucksack. Unterwegs steht mindestens jeden Kilometer ein großes Bild vom König, außerdem wird zweimal am Tag an öffentlichen Plätzen, im Radio, etc. die Nationalhymne gespielt und dann stellen sich alle hin und das ganze Leben steht für eine halbe Minute still.

Straende von Tonsai (der kleine links) und Railey


Von Krabi fährt man mit dem Kleinbus nach Ao Nang und dann mit dem Longtailboot nach Ton Sai. Dort biegt man in die Bucht ein und fühlt sich wie im Paradies. Strand und auf beiden Seiten große Felsen mit dicken Sintern. Wir haben einen Bungalow im Green Valley Ressort für 200 Baht (1 € = 42 Baht) pro Nacht. Die Wände sind aus Bambusmatten, d.h. man kann durch die Löcher rausgucken und es kommt auch Viehzeug rein, aber wir hatten bisher noch keine größeren Probleme, das Bett ist sehr bequem, es ist sauber, das Moskitonetz funktioniert und wir haben ein eigenes Bad. Das Bad ist ganz witzig, denn es gibt keine Klospülung, sondern einen großen Wassereimer mit einer kleineren Plastikschüssel, mit der man spülen soll (bzw. mit der man sich eigentlich auch den Hintern abspülen soll). Die Dusche hängt einfach daneben an der Wand.


Ton Sai ist voller Kletterer, entsprechend angenehm ist die Atmosphäre. Überall gibt es Bars und Essenstände, ein leckeres Abendessen kostet zu zweit etwa 5 €. Manchmal ist es etwas zu scharf, aber mit dem berüchtigten Magenproblemen hatten wir noch nicht wirklich zu tun. Direkt neben der letzten Strandbar beginnt der erste Klettersektor, ein fettes Dach. Auch zu den anderen Sektoren ist es nicht besonders weit, die Kletterei ist überall steil und es gibt die größten Sinter, die wir je gesehen haben. Natürlich ist vieles ziemlich poliert, wobei das eigentlich nur bei den Tritten etwas stört, weil die Griffe verhältnismäßig groß sind. Weil gerade Nebensaison ist, muss man selten an den Routen anstehen, in der Hauptsaison sind hier wohl viermal so viele Leute. Wir schwitzen beim Klettern wie wir noch nie im Leben geschwitzt haben, es läuft richtig. Es ist echt übelst warm. Trotzdem geht 7b und 7b+ bei uns beiden schon ganz gut, an 7c arbeiten wir.

Tino beim Deep Water Solo

Sonnenuntergang am Traumstrand (kurz vorm Bootsuntergang)
Wir waren auch schon beim Deep Water Soloing. Dazu haben wir zu acht (u.a. mit André Borowka und Isabell) ein Longtailboot inkl. Fahrer gemietet und sind zu den Inseln vor Ton Sai gefahren. Mit einem Kanu fährt man die letzten Meter zum Fels, klettert aus dem Kanu los, bis man abfällt und ins Wasser platscht bzw. meistens eher bis man sich nicht mehr weiter traut und reinspringt. Das macht auf jeden Fall viel Spaß, denn das Wasser hat die perfekte Temperatur. Zum Abschluss sind wir zum Sonnenuntergangangucken an einen Traumstrand gefahren. Der Strand ist ein schmaler Sandwall zwischen zwei Miniinseln, der bei Flut 1,5 m breit bzw. teilweise ganz unter Wasser ist. Der Sand ist fein und weiß, wirklich supertoll. Nach dem Sonnenuntergang wollten wir nach Ton Sai zurück fahren, leider ist unser Fahrer 50 m vom Strand entfernt im knietiefen Wasser auf einen Stein gefahren, wodurch das Boot ein großes Loch bekam und in wenigen Sekunden geflutet war. Die Rucksäcke und so konnten wir in Sicherheit bringen, allerdings saßen wir nun auf der Insel fest. Das einzige andere Boot das noch da war, machte den gleichen Fehler (wie blöd kann man sein) und fuhr sich auf den Steinen fest, bekam allerdings kein Loch. Also wurde beschlossen, erstmal auf Flut zu warten. Naja, man kann sich Schlimmeres vorstellen als auf einer kleinen Insel mit tollem Strand abzuhängen und auf Flut zu warten. Die Gruppe von dem anderen Boot hatte sogar noch Bier, das in dieser Notsituation natürlich mit uns geteilt wurde. Nach einer Stunde oder so war das Wasser dann hoch genug und so wurden erst die anderen und dann wir gerettet.

Typisch Tonsai: Affen spielen im Muell


Ein bisschen Abenteuer haben wir hier jeden Tag, irgendwas ist immer los. Beim Klettern mit Jan und Kathi aus Hamburg (haben wir im Bus getroffen) wurden wir von Affen attackiert. Von Weitem sind die ja echt lustig anzugucken, aber während Jan topropte kam die Affenbande neben ihm kopfüber eine Liane runter und umringte uns unten. Die Viecher gehen echt aggressiv auf Essen (besonders Bananen) und haben überhaupt keine Angst. Kathi musste sich mit dem Chef der Bande einen Kampf um ihre Tasche liefern und wir hatten richtig Angst gebissen zu werden. Ordentlich Krach mit einem großen Stock konnte die Viecher vertreiben und wir haben nur unser Mittagessen eingebüßt, aber gruslig war es schon. Nachher wurden wir vom Affenchef von oben mit Steinen beworfen, auch nett.

Ansonsten ist es hier aber echt schön, wir haben viel Spaß und freuen uns, dass wir noch 2,5 Wochen Zeit haben.

Sonntag, 6. März 2011

Blue Mountains und Sydney

Erstmal ein kurzer Nachtrag zum letzten Blog: Eine Lebensweisheit von Tino zu meinem Rumgejammer in einem Riss am Mt. Buffalo: „Es tut kürzer weh, wenn du schneller kletterst.“.

Jetzt sitzen wir schon in Sydney auf dem Flughafen, diesmal musste ich zur Sprengstoffkontrolle.

Blue Mountains
Lisa in Loop the Loop 25
Abendprogramm - sehr lecker
Die letzten beiden Wochen waren noch mal richtig gut, denn wir waren in den sehr schönen Blue Mountains klettern. Die sind 2 Stunden von Sydney weg und eines der tollsten Klettergebiete, die wir kennen. Es gibt unendlich viele Sandsteincliffs, mit Routen aller Art. D.h. Sportkletterrouten genauso wie selbstabzusichernde Kletterei, senkrechte Platten mit kleinen Leisten genauso wie große Überhänge, 15 m Routen genauso wie 250 m Routen. Wir konnten uns kaum entscheiden, wo wir anfangen und müssen auch unbedingt noch mal herkommen, weil es noch so viel zu tun gibt. In der ersten Woche haben wir so ziemlich alle der oben genannten Möglichkeiten getestet und waren begeistert. In der 2-Seillängenroute Wally World (22) waren wir auf einmal mitten im Nebel.  Ziemlich cool mystisch, wenn auf einmal alles nur noch weiß ist und man weder den Boden noch die anderen Talwände sieht. Wir haben uns noch mal mit Jamie getroffen, der in den Blueys wohnt, den wir aber auf Tasmanien kennengelernt haben. Am Ruhetag haben wir mit ihm nach einem üblen Zustiegs-Bushwalk eine schöne leichte 3-Seillängenroute (On both sides of the Glass) gemacht. Jamie ist Amerikaner, d. h. er redet sehr viel, er lebt aber schon lange in Australien, d.h. er ist supernett. Wir waren auch im Hardmover-Sektor Diamond Falls, wo die Aufwärmroute 26 ist und in einem Haufen anderer cooler Sektoren.

Dann haben wir letztes Wochenende unser Auto in Sydney übergeben. Zum Glück erreicht man die Blue Mountains auch sehr gut und günstig mit dem Zug, nur die Gebietsauswahl ist dann ziemlich eingeschränkt. Glücklicherweise war Daniel Hahn mit Jana, Leona und Camillo auch gerade da und wir konnten zwei Tage mit ihnen klettern gehen. Zum Schluss waren wir wieder allein und haben direkt am Centennial Glen unter der Main Wall unser Zelt aufgestellt, was die Locals natürlich sehr lustig fanden. Am letzten Tag waren wir ziemlich erfolgreich und haben gleich mehrere 25er am Centennial Glen und Porters Pass geonsightet und noch mehr richtig geile Routen geklettert. Zum Abschluss haben wir nachts unterm Wasserfall geduscht, bevor es am nächsten Morgen zurück nach Sydney ging. Wir haben uns wieder bei Colin einquartiert und er war mit uns „The Clock“, die berühmteste Route in Sydney, klettern und auch noch an einem Seacliff direkt in Sydney. Dann haben wir uns für einen Tag seine Fahrräder geschnappt und uns Sydney angeguckt - Botanischer Garten, Oper, Harbour Bridge. Das Fahrrad ist dafür wirklich das beste Verkehrsmittel.

Mit den Fahrraedern durch Sydney


Und zum Abschluss gabs gestern noch ein Highlight der anderen Art: die Mardi Gras Parade, die größte Schwulen- und Lesbenparade der Welt. Ganze 2,5 Stunden lang bewegte sich der krass schrille Umzug an uns vorbei, dazu 300.000 Zuschauer, echt abgefahren. Nach der Hälfte der Zeit hatten wir jeder zwei Getränkekisten zum draufstellen ergattert und konnten gut über die anderen Leute gucken. Nicht nur die Leute in der Parade sind schrill, auch viele der Zuschauer wollen sich wohl gern zum Klops machen. Man kann das gar nicht richtig beschreiben, aber wir haben natürlich das eine oder andere Bild gemacht J. Leider müssen wir jetzt ins Flugzeug, also kommen die Bilder später.
Mardi Gras - Vorbereitung der Teilnehmer

Dienstag, 22. Februar 2011

Zurück Richtung Sydney - über Mt. Buffalo, Nowra, Point Perp

Liegt ein U-Boot auf der Wiese, weit weg vom Meer
Da der Großteil der Grampians immer noch zu war, weil einfach die Straßen nicht mehr vorhanden sind, mussten wir so coole Sektoren wie z. B. die Gallery auslassen und haben uns also auf den langen Rückweg Richtung Sydney begeben. Unterwegs hat sich erstmal einer unserer Reifen aufgelöst, bei Tino ähnelte das Reifenwechseln aber einem Boxenstopp in der Formel 1, ich war echt verblüfft und es ging schnell weiter. Erster Zwischenstopp war der Mt. Buffalo, das ist ein kleiner Nationalpark mit einem Hochplateau, auf dem bekletterbare Granithaufen rumliegen, außerdem kann man auch am Rand des Plateaus bis zu 300 m lange Routen klettern. Die Reibungskletterei ist echt super. Grobkörniger, gleichmäßig bebuckelter Granit, auf dem man die größten Buckel sucht, um sich draufzustellen. Ein bisschen nervig ist, dass fast alles nur mit Carrots abgesichert ist. Das ist eine australische Spezialität und bedeutet, dass statt normaler Bohrhaken nur Schrauben (M10) vorhanden sind, über die man dann noch ein Boltplate („Lasche“) drüberhängen muss, bevor man eine Exe einhängen kann. Man hat diese Boltplates im Chalkbag, um sie benutzen zu können (man kann sie ja nicht erst vom Karabiner abfummeln), also kommt man nicht so richtig an sein Chalk ran. Außerdem sieht man die Routen nicht, weil gerade auf dem Granit diese Schraubenköpfe überhaupt nicht zu sehen sind, also klettert man gern mal vorbei.   
100 m Reibungskletterei an der Cathedral am Mt. Buffalo

Vom Mt. Buffalo sind wir an einem Tag etwa 600 km östlich nach Nowra gefahren. Da soll das beste Sportklettergebiet Australiens sein und nach dem Platten- und Abenteuerklettern war das mal ne gute Abwechslung. Das Gebiet liegt an einem Fluss mit einem schönen Campingplatz. Wenn man dort Gast ist, kann man kostenlos die Kanus nutzen und auf die andere Flussseite paddeln, um zu den coolen Sektoren zu gelangen. Die Klettereien sind wirklich gut. Man kann wählen ob 7 oder 30m Route, ob Platte oder waagerechtes Dach. Kurz: es lohnt sich, da mal vorbeizuschauen.

Um nach 2 Tagen wieder ein bisschen Action zu haben, braucht man nur an die Küste zum Klettergebiet Point Perpendicular zu fahren. Das beginnt damit, dass man in ein militärisches Sperrgebiet fahren muss. Wenn man Pech hat, ist es gerade gesperrt, weil Bombenabwurfübung oder ähnliches stattfindet. Wenn man dann erst mal drin ist, kann man an Sandsteinwänden klettern, die direkt am Meer sind. Das bedeutet, zum Einstieg abseilen und hoffentlich wieder hochklettern. Das ist echt cool und die Routen richtig gut, man kann wieder wählen, ob man nur Haken klippt oder doch noch Keile etc. mitnehmen will.
Klettern mit Ausblick am Point Perpendicular


Bombenabwurfübungsplatz Point Perpendicular

Nach 2 Tagen mussten wir auch hier wieder los, da in Sydney jemand unser Auto kaufen und es sich erst mal angucken wollte. Also sind wir nach Sydney gefahren und haben unser Auto verkauft. Coole Sache. Vor allem können wir es jetzt noch ne Woche behalten und in den Blue Mountains klettern gehen.
Den nächsten Tag haben wir in Sydney bei Colin und seiner Familie verbracht und ausnahmsweise mal was nützliches gemacht. Wir haben fast den ganzen Tag gearbeitet, weil Colin den Dachboden ausbaut und Hilfe gut gebrauchen konnte. Abends gabs dafür ein schönes Kängurusteak. Echt gutes Fleisch.
harte Arbeit am Ruhetag in Sydney
 Apropos Känguru. Ich wollte noch mal was über die Tierchen in Australien schreiben. Wir haben es jetzt endlich geschafft alle Tiere zu sehen, die wir sehen wollten. Känguru, Koala, Echidna und die vielen bunten Vögel haben wir schon mal erwähnt. In den Grampians haben wir unseren ersten Emu gesehen und viele weiße Riesenpapageien, die übelst Krach machen. Naja, das letzte Tier das wir sehen wollten, war ein Wombat. In Nowra auf dem Campingplatz läuft in der Dämmerung auf einmal ein schweineähnliches Etwas über den Weg und frisst Gras. Da war unser erstes Wombat. Allerdings sehen die nicht wie Schweine aus sondern viel besser. Echt witzige Tierchen. Nun zu den Tieren, die man nicht sehen will: Weißer Hai und Krokodil haben wir zum Glück noch nicht gesehen. Dafür bin ich am Point Perpendicular fast über eine Schlange gestolpert. Wie mir Colin später erzählte, war da die 4. giftigste der Welt. Aber das man die trifft sei kein Wunder, es leben wohl 19 der 20 giftigsten Schlangen der Welt in Australien. Und dann hat uns Colin echt gruselige Geschichten erzählt. Giftige Spinnen schocken uns ja jetzt schon nicht mehr so sehr, auch Lisa kommt mittlerweile besser mit Spinnen klar (vor allem wenn ich sie wegmache). Die giftigste Spinne der Welt ist die Sydney Funnel-web spider und die wohnt zum Beispiel bei Colin im Garten. Und wahrscheinlich überall in Sydney. Die Trichternetze der anderen Funnel-web-spider-Arten sieht man ständig beim Klettern und ist dann immer bemüht, nicht ganz so tief in irgendwelche Löcher zu greifen. Ich wurde beim Klettern echt mal von einer Spinne attackiert, die kam an und wollte beißen. Zum Glück war ich im Toprope und konnte einfach loslassen. Die gruseligste Geschichte von Colin: Er hat beim Klettern aus einem Untergriff weit hoch in ein Band gefasst und dachte sich dann „That´s not rock“. Also Zug wieder zurück und außenrum geklettert, bis er dann von oben auf das Band gucken konnte und die fette Schlange sah, auf die er direkt drauf gefasst hatte.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Grampians,...

… doch beginnen sollten wir bei Melbourne. Direkt von der Fähre aus Tasmanien sind wir in den Aldi gefahren (ja den gibt’s hier auch und er hat auch hier mit die günstigsten Lebensmittel). Als wir gerade den Einkauf beendet hatten, wurden draußen alle Leute etwas hektisch. Wie sollte es anders sein, der Regen hat uns mal wieder eingeholt, nur bis Tassie war er nicht gekommen. Draußen hat es so geregnet, dass in 5 Minuten die komplette Straße unter Wasser stand (Bild).
Das erinnerte uns irgendwie an das Hochwasser in Dresden 2003, wo auch diverse Autos geflutet waren. Unser Brownie hat es ganz gut überstanden, das Wasser ging nur bis zur Stoßstange. Naja, es hat dann auch noch die ganze Nacht geregnet, das bedeutet in 12 Stunden etwa ein Sechstel des Jahresniederschlags von Dresden.

Im Internet haben wir dann auch noch gelesen, das die Grampians aufgrund der erneuten erwarteten Niederschläge vorsorglich gesperrt sind. Deshalb haben wir ein Tag mit Sightseeing in Melbourne verbracht, was auch echt cool ist. Es gibt ein kostenloses Touristen-Shuttle mit dem man durch die Stadt gefahren wird und die wichtigsten Sachen sieht. Das ist echt entspannt, wenn man mal nicht mit dem Auto in ner Großstadt unterwegs ist. Melbourne ist zudem echt schön. Es gibt viele Grünanlagen, wie den Royal Botanic Garden, der allerdings aufgrund der heftigen Regenfälle zum Teil geflutet war.
Lisa im Kräutergarten des Botanic Gardens
Interessant war es trotzdem, weil es Pflanzen aus aller Welt zu besichtigen gibt und viele seltene Vögel und Tierchen. Lustig ist es, wenn die Aale auf der nassen Wiese rumzappeln.
Nach dem Botanic Garden sind wir zum Queen Victoria Markt gefahren. Ein riesiger Markt, wo es alles zu kaufen gibt. Nachmittags haben wir uns dann noch den Hafen und die Innenstadt angeguckt. Sehr interessant, weil die Architektur sehr abwechslungsreich ist. Neben einem Haus von aus dem 19. Jahrhundert steht eben einfach mal ein Hochhaus von gestern.
Noch am selben Tag sind wir in die Grampians gefahren, hier hatte es offenbar gar nicht geregnet. Wir sind wieder auf den Mt. Stapylton Campingplatz gefahren. Der ist ziemlich cool: Neben den vielen Kängurus gibt es Emus und weiße Riesenpapageien, die zu hunderten in einem Baum am Ende des Campings nächtigen. Leider machen die früh so einen Lärm, dass man ab halb sieben nicht mehr schlafen kann. Das hat mich allerdings nur wenig gestört, da man sowieso zeitig aufstehen muss, wenn man an der Taipan Wall klettern will. Außerdem hat der Campingplatz viele Mücken zu bieten, die in unerträglicher Zahl ab Einbruch der Dämmerung vorhanden sind. Ziemlich cool ist dafür die „Buschdusche“, bei der man 12 Liter aus dem Regenwassertank in einen Eimer kippt, der unten einen Duschkopf dran hat. Damit kann man erstaunlich lange duschen.
Nun kurz zum Klettern. Da in den Grampians derzeit nur der Nordteil zugänglich ist, waren wir fast ausschließlich am Mount Stapylton klettern und dabei vorrangig an der Taipan Wall.
Taipan Wall im Abendlicht
Jeder der diese Wand und ihre Ausrichtung (nordwestlich) kennt, kann sich vorstellen, dass es sehr ungewöhnlich ist, wenn man im australischen Hochsommer beim Sichern 2 Jacken und Handschuhe anhat. An den ersten Tagen war es echt kalt bis nachmittags die Sonne den Fels enorm aufwärmt. Wir haben eine Menge von den klassischen Routen geklettert. Am ersten Tag haben wir uns versehentlich mit der falschen Route aufgewärmt und ich war echt frustriert wie schwer 21 sein kann, bevor der Local um die Ecke kam und mir erzählte, dass ich gerade ne 26 geklettert bin. Bei mir lief es echt ganz gut und ich habe mich schnell an die runden Griffe und weiten Züge gewöhnt. Lisa konnte auch am zweiten Tag  „Invisible Fist“ (die „Aufwärmroute“ vom Vortag) Rotpunkt klettern. Generell ist die Taipan Wall ziemlich beeindruckend. Eine mehr als 100m lange, überhängende, glatte Wand. Viele der 1-3 Seillängen Routen sind dementsprechend eher schwer und man braucht ganz schön Ausdauer. In den leichteren Routen gibt es teilweise nur 1-2 Bohrhaken auf 50m. Andere Routen sind gut mit Bohrhaken abgesichert.
Beim Rotpunkten von Mr. Joshua (25)

Wenn die Sonne nachmittags in die Wand kommt, kann man eigentlich woanders hingehen, denn es gibt in der Nähe noch ein paar schöne Wände mit guten Routen (Wall of Fools und Sandinista Wall). Seit wir angekommen sind ist es jeden Tag wärmer geworden. Gestern hatten wir schon 33°C, da hat es diese Nacht gleich mal durchgeregnet.

Samstag, 5. Februar 2011

Tschüssi Tassie


Heute gibt’s mal nen langen Blog, denn ich hab viiiiel Zeit. Wir fahren neun Stunden mit der Fähre zurück aufs Mainland. Die Tagfähre ist günstiger, weil man nachts eine Unterkunft, also eine Kabine oder so nehmen muss. Es gibt nur die eine Fährgesellschaft und entsprechend sind die Preise. Naja, jedenfalls sitzen wir jetzt hier rum, versuchen sinnvolle Sachen zu tun und Tino näht seine Kletterhose, wobei er feststellte, dass es bei Wellengang nicht so einfach ist, den Faden in die Nadel einzufädeln. In den Nachrichten sehen wir, was schon wieder in Queensland los ist, gut dass wir da nicht hinwollen. Tino ist gerade traurig, dass er den ersten Film im Fährkino verpasst hat: Kung Fu Panda. Vielleicht kann er sich mit dem Comic-Tier-Malkurs ablenken.

Unsere zweite Woche auf Tasmanien war noch mal super, auch wenn der Totem Pole natürlich nicht zu toppen ist. Tasmanien ist ganz anders als der Rest von Australien, eigentlich ist es eher wie Neuseeland: angenehme Größe, aber größer als man erst denkt, alles ist grün, hügelig, die Städte sind nicht zu groß,…

Wir haben uns am Ruhetag mit meiner Cousine Anita die größte Stadt der Insel,  Hobart, angeguckt und waren am nächsten Tag direkt über der Stadt am Mt. Wellington an den Organ Pipes klettern. Hobart ist direkt am Meer, aber auf der anderen Seite der Stadt steht einfach mal einen 1270 m hoher Berg. Samstagfrüh waren da total viele Radfahrer unterwegs. Auf nur 20 km Strecke vom Stadtzentrum zum Gipfel kann man gut Höhenmeter machen. Die Organ Pipes sind wieder so cool aussehende Doleritsäulen wie in Ben Lomond, aber mit mehr Struktur, wodurch es auch Wandkletterei gibt. Es gibt richtig tolle 60m lange Sportkletterrouten, in denen mal alle unsere Exen zum Einsatz kamen.

Dann gings weiter zur Freycinet Peninsula, wo wir erstmal zur Wineglass Bay gewandert sind. Das soll einer der 10 schönsten Strände der Welt sein und er ist auch echt hübsch, allerdings nicht so strahlend weiß wie auf allen Werbefotos, da wird wohl immer der ganze Seetang und so rausretuschiert. Wir waren an der White Water Wall klettern, der Name ist Programm, denn das Meer geht voll ab. Man klettert schöne Trad-Routen an der Steilküste, zur Abwechslung mal am Granit und rungsen die Wellen gegen den Fels. Man steht halt unten immer auf einem Felsplateau knapp über dem Wasser und wird hoffentlich nicht nass, obwohl es manchmal schon ziemlich beängstigend ist, wenn da so richtig große Wellen angerollt kommen.  Einmal hatte mich Tino gerade ein paar Meter nachgeholt, als mein Sicherungsplatz unten komplett eingeweicht wurde.

Fünf Minuten von der White Water Wall gibt’s auch einen superschönen Zeltplatz, der leider nur über einen 4-Wheel-Drive-Track zu erreichen ist. Allrad braucht man zwar eigentlich nicht, es ist mehr eine Frage der Bodenfreiheit und unser Brownie hätte das wahrscheinlich schon irgendwie geschafft, aber wir wollten ihn nicht schrotten und es war Regen angesagt, also haben wir lieber draußen geparkt und gepennt und sind zum Klettern die 2,5 km gelaufen. Lieber uns schinden als das Auto J

Am nächsten Tag waren wir in einem der wenigen Sportklettersektoren, in der Star Factory. Wir haben uns da nicht gerade mit Ruhm bekleckert, hatten aber einen guten Klettertag mal wieder in toller Umgebung. Von der Wand gehen geneigte Felsplatten direkt bis ins 70 m  weiter unten gelegene Meer, wenn man ausrutscht ist man weg. Der Fels ist oranger Granit und es gibt total viele schwere Routen. Unsere 23 zum Aufwärmen war auch richtig super und rau, bei den anderen Routen war der Fels zum Teil wie poliert (aber nicht vom vielen Klettern, sondern einfach so) und es war auch mal wieder alles viel zu hart eingestuft.

Am Ruhetag sind wir am Bare Rock eine supertolle Dreiseillängentour geklettert, Sapphire Rose 22. Als wir am Parkplatz standen war noch pralle Sonne und wir dachten, dass wir in der schwarzen, nördlich ausgerichteten Wand (Norden ist hier die Sonnenseite) voll gebraten werden, aber pünktlich am Einstieg kamen auf einmal Wolken und wir hatten perfekte Bedingungen. Tasmanien war vom Wetter (und auch sonst) eh super. Die Route ist komplett geboltet, beste Leistenkletterei und 100 m lang gleich bleibend schwer. Und weil ich immer fein alle Tradrouten nachsteige, durfte ich jetzt mal alle Seillängen vorsteigen. Yeah.

Zum Abschluss waren wir noch zwei Tage in Hillwood klettern, dass ist eines der wenigen Sportklettergebiete auf Tassie. Es ist ein bisschen wie im Frankenjura, kleine grüne Wände im Wald. Man wundert sich dass das Gebiet überhaupt mal entdeckt wurde. Aber die Kletterei ist voll cool und es macht echt Spaß. Es sind liegende Doleritsäulen mit kleinen Festkrallleisten oder großen abschüssigen Sloperleisten (also nicht wie in Franken).

Das wars also mit Tasmanien, uns hats richtig gut gefallen, alles hat gepasst. Wir haben auch festgestellt, dass es viele Picknick-Areas mit einem Barbeque gibt, da drückt man unten auf einen Knopf und dann wird oben die Platte heiß und man kann drauf grillen. Die Dinger sind meistens schön sauber, so wie alle öffentlichen Einrichtungen hier. Wir haben sogar mal in einem Kaff einen kostenlosen Campingplatz mit warmen Duschen gefunden. Duschen ist immer ein Event, weil es so selten vorkommt und so waren wir echt glücklich.

Übrigens kann man auf Tassie kostenlos Bibliotheksmitglied werden und dann den neuesten Kletterführer ausleihen. Ach, es war einfach alles perfekt….

Mittwoch, 26. Januar 2011

Tasmanien

Nach zwei weiteren richtig schönen Klettertagen in Arapiles waren die Grampians immer noch zu, also mussten wir unseren Plan ändern. Was wir eigentlich als Alternative gedacht hatten falls es zu heiß ist, wurde nun zur Flucht vor dem Wasser: wir sind nach Tasmanien gefahren. Das war auf jeden Fall eine super Idee, uns gefällts hier gut.

Vorher sind wir aber noch die Great Ocean Road langgefahren, das ist ja das touristische Must-have. Die Küste ist wirklich richtig schön, aber vor allem an den 12 Aposteln sind eindeutig zu viele Japaner-Reisegruppen unterwegs. Auf der Stichstraße zum Otway-Leuchtturm haben auf einmal alle Autos angehalten - in den Bäumen saßen überall Koalas, total lustig (der Leuchtturm ist übrigens sinnlos…).
London Bridge (Great Ocean Road)

Koalas mal nicht im Zoo (selten)

Auf Tassy waren wir zwei Tage in Ben Lomond klettern, da gibt es solche sechseckigen Doloritsäulen, an so was wollten wir schon immer mal klettern. Die Umgebung und die Kletterei sind ziemlich alpin, man hat eine Stunde Zustieg über ein nerviges Blockfeld aus umgefallenen Säulen. Dafür hat man dann geniale Risskletterei am superrauen Fels. Die 100 bis zu 150 m langen Routen enden alle auf einem  Plateau, von dem es eigentlich mal eine Abseilpiste gab, die leider von einem Traditionalisten entfernt wurde. Zum Glück waren bei uns einige andere Kletterer da und so wurde für zwei Tage ein Abseilseil eingerichtet. Die anderen waren alles sehr lustige und nette Australier, wir hatten echt viel Spaß. Einer stellte dann fest, dass es eigentlich ziemlich sinnlos ist, dass es hier ein kilometerlanges Cliff gibt und sich alle Kletterer auf zehn Metern drängeln…
Lisa im Ben Lomond Dolorit

Die letzten beiden Tage waren perfekt, wir waren erst am Moai, der ist 25 m hoch und steht auf der Spitze von einem Felsplateau im Wasser und es gibt echt nette Routen daran. Und gestern das Highlight: wir waren auf dem Totem Pole! Ein 70 m Turm mit 4 m Kantenlänge mitten im Wasser, was will man mehr. Die zwei Stunden Bushwalk hin nimmt man da gern in Kauf, dann seilt man 60 m ab und muss irgendwie zum Fels rüber kommen. Bei Ebbe und wenig Wellen könnte man über die Blöcke hopsen, bei uns hätte man da aber sehr nasse Füße bekommen. Also ist Tino von der hintersten Ecke des Absatzes am Massiv losgerannt und mit Schwung zum Totem Pole rübergependelt. Der Rest ging auch gut, die Route ist sehr schön, für 24 aber nicht einfach. Mittlerweile sind alle Carrots durch Bohrhaken ersetzt, man muss also nicht mehr den ganzen Chalkbag voller Bolthanger haben. Zum Schluss baut man einfach eine Seilbahn zum Massiv und fährt rüber, mit tollem Blick nach unten.  Auf dem Rückweg haben wir sogar noch einen Delfinschwarm gesehen.
Tino am Moai

Lisa bei der Seilbahn vom Totem Pole zurueck zum Festland (leider sieht man nur die Haelfte vom Gipfel)