Mittwoch, 26. Januar 2011

Tasmanien

Nach zwei weiteren richtig schönen Klettertagen in Arapiles waren die Grampians immer noch zu, also mussten wir unseren Plan ändern. Was wir eigentlich als Alternative gedacht hatten falls es zu heiß ist, wurde nun zur Flucht vor dem Wasser: wir sind nach Tasmanien gefahren. Das war auf jeden Fall eine super Idee, uns gefällts hier gut.

Vorher sind wir aber noch die Great Ocean Road langgefahren, das ist ja das touristische Must-have. Die Küste ist wirklich richtig schön, aber vor allem an den 12 Aposteln sind eindeutig zu viele Japaner-Reisegruppen unterwegs. Auf der Stichstraße zum Otway-Leuchtturm haben auf einmal alle Autos angehalten - in den Bäumen saßen überall Koalas, total lustig (der Leuchtturm ist übrigens sinnlos…).
London Bridge (Great Ocean Road)

Koalas mal nicht im Zoo (selten)

Auf Tassy waren wir zwei Tage in Ben Lomond klettern, da gibt es solche sechseckigen Doloritsäulen, an so was wollten wir schon immer mal klettern. Die Umgebung und die Kletterei sind ziemlich alpin, man hat eine Stunde Zustieg über ein nerviges Blockfeld aus umgefallenen Säulen. Dafür hat man dann geniale Risskletterei am superrauen Fels. Die 100 bis zu 150 m langen Routen enden alle auf einem  Plateau, von dem es eigentlich mal eine Abseilpiste gab, die leider von einem Traditionalisten entfernt wurde. Zum Glück waren bei uns einige andere Kletterer da und so wurde für zwei Tage ein Abseilseil eingerichtet. Die anderen waren alles sehr lustige und nette Australier, wir hatten echt viel Spaß. Einer stellte dann fest, dass es eigentlich ziemlich sinnlos ist, dass es hier ein kilometerlanges Cliff gibt und sich alle Kletterer auf zehn Metern drängeln…
Lisa im Ben Lomond Dolorit

Die letzten beiden Tage waren perfekt, wir waren erst am Moai, der ist 25 m hoch und steht auf der Spitze von einem Felsplateau im Wasser und es gibt echt nette Routen daran. Und gestern das Highlight: wir waren auf dem Totem Pole! Ein 70 m Turm mit 4 m Kantenlänge mitten im Wasser, was will man mehr. Die zwei Stunden Bushwalk hin nimmt man da gern in Kauf, dann seilt man 60 m ab und muss irgendwie zum Fels rüber kommen. Bei Ebbe und wenig Wellen könnte man über die Blöcke hopsen, bei uns hätte man da aber sehr nasse Füße bekommen. Also ist Tino von der hintersten Ecke des Absatzes am Massiv losgerannt und mit Schwung zum Totem Pole rübergependelt. Der Rest ging auch gut, die Route ist sehr schön, für 24 aber nicht einfach. Mittlerweile sind alle Carrots durch Bohrhaken ersetzt, man muss also nicht mehr den ganzen Chalkbag voller Bolthanger haben. Zum Schluss baut man einfach eine Seilbahn zum Massiv und fährt rüber, mit tollem Blick nach unten.  Auf dem Rückweg haben wir sogar noch einen Delfinschwarm gesehen.
Tino am Moai

Lisa bei der Seilbahn vom Totem Pole zurueck zum Festland (leider sieht man nur die Haelfte vom Gipfel)

Sonntag, 16. Januar 2011

Arapiles

Lisa klettert Kachoong 21

Tino in Have an nice Flight 25
Nach einem weiteren Unwetter waren die Wolken auf einmal weg und wir hatten jetzt drei Tage gutes Wetter. Für australische Verhältnisse sind die Temperaturen sehr angenehm.
Zum Klettern am Mount Arapiles gibt es ja unterschiedliche Meinungen, einige halten es für das beste Klettergebiet der Welt, andere finden es nicht so toll. Das Gebiet sieht erstmal ganz cool aus, der Zeltplatz ist hübsch und man kann von da zu allen Sektoren laufen, das ist super. Außerdem hopsen überall Kängurus rum. Die Kletterei ist oft etwas scary, weil fast alles selbstabzusichern und der Fels ziemlich glatt ist. Auch was im Kletterführer als Sportkletterroute drinsteht hat manchmal ganz ordentliche Hakenabstände. Insgesamt hat es uns aber schon gut gefallen, es gibt echt ein paar tolle Linien und die Felsstruktur fetzt.

Von oben kann man super über das komplett flache Land ringsrum gucken, wo im Moment eine tolle Fluss- und Seenlandschaft ist, alle Felder und Wiesen sind überflutet. Weiter weg sieht man außerdem die Grampians und orange leuchtend sogar die Taipan Wall, da müssen wir unbedingt noch hin, das ist nur gerade nicht so einfach. Und weil immer noch Bäche über den Campingplatz flossen haben wir uns auch getraut, abends Lagerfeuer zu machen. Dann haben wir uns zu viert (mit Franz und Flo) schön in den Qualm gesetzt und uns gefreut, dass da endlich mal keine Mücken waren. Tinos Rekord im Mücken-mit-einer-Hand-erschlagen liegt übrigens bei fünf auf einen Streich.

Wir fragen uns auch, wo eigentlich alle Kletterer hin sind, das ging schon in Neuseeland los - wenig los in Paynes Ford, gar nix los in Castle Hill (maximal 2 andere Boulderer, ich dachte da ist immer Party im Shelter?) und in Arapiles sind wohl normalerweise auch dreimal so viele Leute. Die einzigen die wir noch getroffen haben, sind zwei Adersbacher, mit denen wir vor zwei Jahren im Camp 4 ein Campsite hatten. Die australischen Kletterer schaufeln wahrscheinlich gerade Sandsäcke oder fahren Boot.

Im Moment überlegen was wir in den nächsten Tagen machen, denn der Grampians Nationalpark ist komplett geschlossen, von der Nothern Grampians Road fehlen z. B. einfach mal 120 m. Hier in Horsham wird für heute abend oder morgen Hochwasser erwartet, wie es nur einmal in 200 Jahren vorkommt. Der Hubschrauber kreist schon über der mit Sandsäcken gefüllten Innenstadt mit Notstromaggregat vorm Rathaus.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Australien - anders als erwartet

Nach der Ankunft in Sydney war erst einmal Autokaufen angesagt. Gerade ist zwar eine blöde Zeit dafür, weil viele Backpacker um Weihnachten herum ein Auto kaufen und nun der Markt leer ist, aber wir haben doch eins bekommen:

Unser „Brownie“ ist ein Holden Camira ´83. Man kann gut drin schlafen, er war sehr günstig,  fährt für sein Alter aber super und wird das hoffentlich auch noch ne Weile tun, denn in Australien ist echt gerade Ausnahmezustand. Aber dazu später…
unser "Brownie"

Über Freunde haben wir erfahren, dass Colin (der schon 3 Jahre in Dresden gewohnt hat, aber Australier ist) in Sydney wohnt. Also haben wir ihn besucht und haben von ihm eine Menge nützliche Sachen zum „Überleben“ in Australien bekommen. Außerdem hat er uns gesagt, dass Mathias Reinfried mit Sandra und Kind in den Blue Mountains ist. Also ab in die Blue Mountains. Und ab da beginnt das Desaster, das wohl noch eine Weile anhalten wird.

In Australien ist nämlich gerade einer von 20 Sommern in denen es NUR regnet. Colin meinte es regnet seit August. Wer die Nachrichten verfolgt hat, weiß das in Queensland Land unter ist. Aber auch andererorts ist es nicht besser. Wir haben in den 2 Tagen Blue Mountains nicht eine Stunde weiter als 100m gucken können und Klettern geht da natürlich auch nur bedingt. Also haben wir uns gedacht, fahren wir mal schnell die 1200 km in die Grampians und zum Mt. Arapiles. Das ging auch erst noch ganz gut bei nur Nieselregen, aber irgendwann war dann das erste Wasser auf der Straße und etwas später war die ganze Straße überflutet. Folge: 200 km Umweg. Am Abend sind wir endlich in Horsham unweit der Grampians angekommen, haben Flo und Franz (die beiden Österreicher, die wir auf Fiji und in Neuseeland getroffen haben) getroffen und sind in die Grampians gefahren. Das war der nächste Fehler! Über Nacht hat es 140mm geregnet (Vergleich Berlin: Jahresniederschlagsmenge = 500mm). D.h. wieder alles überflutet. Wir sind gerade so wieder rausgekommen, 2 von 3 Zufahrtsstraßen waren gesperrt und auf der Dritten sind wir im Matsch stecken geblieben. Erst der Parkranger konnte uns mit seinem Jeep befreien. Also wieder nach Horsham und eigentlich über Natimuk zum Mt. Arapiles. Leider war die Straße durch Natimuk gesperrt, weil das halbe Dorf unter Wasser stand. Das konnte man heute in vielen Zeitungen lesen. Gut, also sind wir über kleine Straßen 50 statt 9km zum Mt. Arapiles gefahren. Dort war gerade mal richtig Sonne und wir konnten noch 3 Routen klettern. Der Abend war allerdings wieder eine Katastrophe, aber nicht wegen dem Wetter sondern wegen den tausenden Mücken. Da hilft auch kein Mückenspray mehr, wenn man nicht atmen kann ohne eine Mücke einzuatmen.
Heute früh Regen und ein Ranger, der uns empfiehlt den Camping zu verlassen, weil noch mal 150mm Niederschlag an einem Tag erwartet werden. Erst wollten wir trotzdem da bleiben, aber dann haben uns die Mücken vertrieben. Das stinkt gewaltig und deshalb sind wir nach Horsham gefahren, um wenigsten in der Bibliothek trocken sitzen zu können.
auf der Straße?

Dafür kann man Bouldern überm Wasser


Fazit: 6 Tage Australien, davon 0 Tage ohne Regen. Der Bauch wird frustbedingt und aufgrund mangelnder Bewegung immer dicker. Mt. Arapiles ist abgesoffen und die Grampians in der nächsten Woche nicht erreichbar (weil nur Dirtroads)
So macht Urlaub kein Spaß….

Ach ich vergaß: Giftige Tiere gibt es in Australien viele. Mich hat in Sydney eine „Bluebottle“ Qualle angefallen und Lisa wurde von einem Vogel angekackt. Außerdem haben wir echt große Spinnen gesehen und diese rote, kleine, die wohl eine der gefiftigsten der Welt ist. Weiter so…

Positiv: ich konnte gestern im 2. Versuch eine tolle 25 klettern und die Hoffnung auf besseres Wetter

Freitag, 7. Januar 2011

Gesundes neues Jahr!

Nachdem wir uns aus den Wassermassen befreit hatten, haben wir auf dem Parkplatz in Te Anau ganz unromantisch Weihnachten verbracht und in der Nacht wurden wir von Orkanböen und Regen aus dem Zelt vertrieben. Nachdem wir die Westküste verlassen hatten, wurde das Wetter wenigstens wieder etwas besser. Wir sind entlang der Ostküste gefahren, haben Sightseeing betrieben (Dunedin, als schöne Stadt mit tollen Stränden und der steilsten Straße der Welt (35 %)). Außerdem noch die Moeraki Boulders, diese lustigen Steinkugeln mit bis zu 2m Durchmesser, die irgendjemand (vielleicht der Schöpfer) direkt an einem Strand der Ostküste geparkt hat. Der Versuch Pinguine durch illegales Vorbeiklettern an der Kasse zu sehen, schlug leider fehl, da die doofen Vögel noch nicht wieder an Land gekommen waren. Dann ging es weiter zu den Bouldergebieten Elephant Rock und Hulk Hogen, in denen wir uns ganz gut auf die bevorstehende Woche in Castle Hill einstellen konnten. Dort gibt es allerdings kein Internet, und in den nächsten Städten (bis 40km Entfernung) hatten fast alle Cafes und Bibliotheken bis nach Neujahr zu. Auch in den übrigen Internetmöglichkeiten war tote Hose, weil ein erneutes Erdbeben in Christchurch das Internet lahmgelegt hat.
Deshalb schreibe ich jetzt erst vom Flughafen in Christchurch, nachdem ich die Sprengstoffkontrolle (warum schon wieder ich) schwitzend überstanden habe, weil ich aus Gewichtsgründen 2 Hosen und 4 Pullover angezogen hatte.
Damit ist der Neuseelandteil unserer Reise fast abgeschlossen. Zeit für ein sehr kurzes Resumee: Neuseeland hat eine sehr abwechslungsreiche und schöne Landschaft, die oft an die Alpen erinnert. Neben vielen (etwa 50mio) Schafen und Kühen gibt es wenig Leute (4mio), die zum Großteil in der Stadt leben. Das erste Mal im Linksverkehr fahren ist ein Erlebnis, genauso wie das Wetter, was wohl bei uns nicht so toll war. Ich habe nie soviel Regen auf einmal erlebt.

Zum Sportklettern hat uns Paynes Ford am Besten gefallen, aber das Bouldergebiet um Castle Hill ist noch viel besser und da kann man auch ein paar Routen klettern. Die Kalkboulderei dort ist sehr gewöhnungsbedürftig, aber ziemlich faszinieren, wenn man es einmal bisschen raus hat. Viele Boulder sind nicht so überhängend, dafür wartet oft ein gemeiner Abschlussmantle auf einen, bei denen man versucht ohne jegliche Griffe irgendwie auf den Boulder zu kommen. Da kann man dann von oben lustig, verkrampfte Fotos machen. Lisa hat ihr Ziel erreicht. Am letzten Tag gelang ihr eine V6 mit vielen Knieklemmern. Und ich habe mein Ziel etwas verfehlt, aber dafür manteln geübt. Ich muss also noch mal wiederkommen.
Stemmen, Pressen , Drücken - typisch Castle Hill (V2)

Nette, exponierte V3

V4 Mantle können verdammt schwer sein

Lisas V6 in letzter Sekunde

Ab nach Australien…

Dienstag, 21. Dezember 2010

Neuseeland - Weltuntergang

Frohe Weihnachten an alle! Esst nicht zu viel...

Wir wollten nur mal kurz ein Lebenszeichen von uns geben. Auf Neuseeland ist es echt schwierig kostenloses W-LAN zu finden, deshalb haben wir ewig nix geschrieben.

Uns gehts an sich bestens, außer dass das Wetter gerade katastrophal ist.  Wir sind ganz im Südwesten der Südinsel am Milford Sound, da gibt es eine Alpenvereinshütte und ein paar Klettergebiete. Vorgestern sind wir zu der Hütte gefahren, man muss durch ein Flussbett, das war aber komplett trocken obwohl es in den letzten Tagen geregnet hatte. Also haben wir uns nix dabei gedacht. Dann hat es in der Nacht aber so krass geregnet, dass ein riesiger Fluss enstanden ist, man könnte bestens darauf raften. Also saßen wir gestern den ganzen Tag in der Hütte, es hat eh die ganze Zeit geschüttet. Jetzt sind wir gerade mit der Hüttenwirtin Rachel und einem Local in die Stadt gefahren. Rachel hat einen Jeep und so sind wir durch den Fluss gekommen, der hat heute auch schon ein bisschen weniger Wasser. Also genaugenommen sind es zwei Flüsse, im ersten liegen jetzt große Steine und der zweite ist hüfttief. Das kann sehr heiter werden unser kleines Mietauto da rauszubekommen.  Morgen soll es nicht mehr ganz so viel regnen, das ist dann unsere Chance bevor am Freitag wieder Weltuntergang angesagt ist.
Weltuntergangsstimmung und gefülltes Bachbett direkt an der Hütte

Klettern hinterm Wasserfall


Was haben wir bisher hier gemacht? Wir sind vor zwei Wochen in Auckland auf der Nordinsel angekommen und haben uns dann erstmal einen Tag lang Blubber-Blubber und Stinke-Stinke bei Rotorua angeguckt. Unter dem Gebiet dort ist eine Magmablase und überall dampft und brodelt es. Es gibt kochende Seen und Flüsse, Matschgeblubber, Gewässer in abgefahrenen Farben und überall stinkt es nach Schwefel.
Champagnerpool bei Rotorua

Dann haben wir die Tongariro Alpine Crossing gemacht, das ist auch ein must-have (entsprechend viele Leute sind unterwegs). Man läuft 20 km durch superschöne Vulkanlandschaft, kann zwischendurch den Herr-der-Ringe-Vulkan besteigen, dann gibt’s coole blaue Seen und zum Schluss noch ein bisschen Dschungel.
Herr der Ringe Vulkan im Tongariro NP

Wir waren auf der Südinsel bei Paynes Ford, das ist das bekannteste Sportklettergebiet Neuseelands. Wir waren drei Tage klettern und es war auch echt ganz cool, bläst voll die Unterarme auf, weil alles Sloper sind. Das legendäre Hangdog-Camp ist leider gerade geschlossen, also wohnen alle Kletterer auf einer Wiese am Fluss neben einer Brücke, 6 km vom Klettergebiet entfernt. Beim Regen konnte man dann gut unter der Brücke zelten. Leider wollte der Regen nicht mehr aufhören, also sind wir nach den drei Klettertagen aus Paynes Ford geflohen, die Westküste runtergefahren und hatten dann zumindest mal nicht ganz so schlechtes Wetter. Wir waren bei Wanaka und einen Tag hier im Milford Sound im Sektor The Chasm hinterm Wasserfall klettern (Bild oben).Vielleicht können wir sogar heute nochmal klettern gehen. Beim Zustieg zum Sektor Babylon wird man wohl sowieso komplett nass, weils durch den Dschungel geht und die Wand ist immer trocken, weil sie so überhängt.

Tino beim lustigen Swing in Paynes Ford

Freitag, 3. Dezember 2010

Fiji

Nachdem wir uns am Ende doch noch ganz gut mit Joshua Tree angefreundet hatten (man braucht halt ein bisschen Eingewöhnung und Tipps von Locals bei der Routenwahl) und einen anstrengenden aber erfolgreichen Abreisetag in Los Angeles  hatten, sind wir jetzt in Fiji am Strand. Beim 11 Stunden Flug haben wir den Äquator und die Datumsgrenze überquert, wodurch unser 1. Dezember quasi einfach ausgefallen ist. Während wir vorher 9 Stunden hinter der deutschen Zeit waren, sind wir jetzt 12 Stunden voraus. Ha, überholt. Außerdem haben wir auch die Temperaturskala von 30 Fahrenheit (ungefähr 0°C) auf 30°C umgestellt.
Fiji besteht aus sehr vielen sehr kleinen Inseln. Wenn man mit Air Pacific zwischen den USA und Neuseeland/Australien fliegt, ist Fiji ein kostenloser Zwischenstopp, weshalb man hier viele Weltreisende trifft.
Wir hatten uns vorher das Beachouse als Unterkunft ausgesucht, weil wir nur 5 Tage hier sind und da gleich auf der Hauptinsel bleiben wollten. Eigentlich wollten wir die 100 km vom Flughafen mit dem Bus herfahren, dann kam aber zufällig der Beachouse-Minibus vorbei, Tino hat einen guten Preis ausgehandelt und so war die Anreise sehr bequem. Unterwegs konnten wir gleich noch auf dem Obst- und Gemüsemarkt andocken. Da gibt es einige lustige, unbekannte Sachen und alles „haufenweise“. D.h. es gibt keine Kilo-Preise oder so, sondern vorsortierte Haufen („heaps“), die dann je 1 oder 2 Fiji-Dollar kosten. Also haben wir für je einen Dollar (= 40 Cent) 5 Papayas und 11 Auberginen gekauft. Praktischerweise sprechen hier alle englisch.

Das Beachouse ist das „Backpacker Resort“, sehr nett und relativ günstig. Wir leisten uns sogar ein 2-Bett-Häuschen, 150 m vom Strand entfernt und sehr gemütlich. Es ist hier echt so, wie ich mir das erhofft hatte, mit Strand, Palmen, Hängematte, Pool… ziemlich paradiesisch. Ein Klettergebiet fehlt allerdings, sonst wärs perfekt.
ohne Kommentar: der Strand eben

Gestern haben wir die Jungle-Wasserfall-Wanderung gemacht, die ist quasi ein Muss wenn man im Beachouse ist. Der Wasserfall ist zwar eher mickrig, aber auf dem Weg dahin erzählt der einheimische Guide lauter interessanten Sachen über die Pflanzen und so. Außerdem war es sehr unterhaltsam, weil wir mit drei englischen „City Girls“ (so wurden sie vom Guide bezeichnet) unterwegs waren, die mit ihren Flipflops im Jungle-Matsch überfordert waren. Wir hatten auch Flipflops an und hatten überhaupt keine Probleme, aber die drei Mädels konnten sich echt nicht bewegen und sind dann lieber barfuß gelaufen. Da waren sie dann aber hart im Nehmen, denn auf dem Boden waren überall richtig große Tausendfüßler.
Die "City Girls" beim Jungletrip

Gestern abend haben wir mit zwei österreichischen Kletterern auf der Wiese rumgesessen, als hinter uns eine Kokosnuss einschlug. Dann folgte der obligatorische Kampf um die Nuss irgendwie zu knacken und schließlich saßen wir beim Sonnenuntergang mit unserer Kokosnuss am Strand. So muss das Leben sein.
Fiji-Slackline

Samstag, 20. November 2010

Van sold, Bishop and Joshua Tree

Yuhu, wir haben unser Auto verkauft.
Das ist vielleicht der richtige Zeitpunkt um mal was über "Baby blue" (so heißt der Van) zu schreiben. Es ist ein alter (1992) GMC-Van, der seit März in deutscher Hand ist. Der Van ist supercool, man wird ständig darauf angesprochen, weil er auch noch total gut in Schuss ist. Und jeder der einen Blick hinein wirft ist neidisch auf unser "King size bed". Wir haben also (dank Gerlind und Gunter) ein riesen Matratze drin, die passt ganz genau rein und ist Luxus pur. Vor allem wenn es wie jetzt  immer um 17 Uhr dunkel und kalt wird.

Und weil der Van so toll ist, hatte Jason aus Boulder gleich bei unserer Ankunft gesagt, dass er ihn dann kauft. Er sollte ihn wor unserem Abflug in Los Angeles abholen. Vor einer knappen Woche kam dann die Nachricht, dass er weder Zeit noch Geld hat, das Auto zu kaufen. Also kurzzeitig Stress und große Van-for-Sale-Aktion. Nachdem erstmal ein paar Tage nix passiert ist, hatten wir gestern plötzlich drei Interessenten und haben den Van dann heute an zwei supernette Kletterer verkauft. Die sind auf einem "Roadtrip", ihr altes Auto war etwas eng und jetzt werden sie mindestens bis zum Sommer in "Baby blue" wohnen. Wir können das Auto noch bis Dienstag behalten und werden dann von den beiden am Flughafen abgesetzt. Perfekt.

Soviel zum Auto...

Wir waren noch drei Tage in den Buttermilks bzw. Happys bouldern. Dabei haben wir Katinka und Axel aus Stuttgart getroffen, die sind 9 Monate hier und haben eine Homepage mit ein paar Infos zu Bouldergebieten in den USA (+Squamish): http://axel.perschmann.info/
Wir waren mit den beiden bouldern und zum Abschluss nochmal in den Hot Springs (Keough Hot Springs Road). Diesmal wars auch wieder hot, weil das Hot Springs Schwimmbad ab 19 Uhr geschlossen hat und das Wasser nicht mehr abzapft.
Wir waren 2 Stunden planschen, das war sehr lustig, allerdings waren wir nachher sowas von aufgeweicht...

Jetzt sind wir in Joshua Tree. Landschaftlich ist der Nationalpark echt nett, viele Gipfel, Blöcke, Felshaufen und dazwischen überall die Joshua Bäume. Allerdings fehlen die Highlights und das Klettern reißt uns nicht so vom Hocker. Ansich ist die Kletterei cool, allerdings merkt man bei der Absicherung, dass das ein altes Klettergebiet ist. Entweder Risse, die immer schwerer sind als sie aussehen oder 30m-Platten mit 3 bis 4 Bohrhaken.

Unsere erste Route hier war 5.9 und echt krass. Crux zum zweiten Haken in 15 m Höhe mit Erdungspotenzial in Blöcken. Und für 5.9 voll abgefahren. Tino ist im Nachstieg direkt mal reingefallen (Nachstieg ist aber auch nicht sein Ding:)).
Es gibt viele Routen die man laut Kletterführer nur im Toprope klettern soll. Das ist doch komisch. Und dann sollte es wenigstens auch mal Umlenker (oder irgendwelche Haken) geben, damit man zum Topropen nicht den ganzen Gipfel mit Schlingen und Cams einstricken muss.

Heute waren wir Wäsche waschen und da hat uns ein alter Mann erzählt, dass es in so einer Kirche in der Nähe zwischen 16 und 18 Uhr kostenloses Thanksgiving Dinner gibt. Thanksgiving ist morgen und wird hier echt groß gefeiert. Jedenfalls sind wir da natürlich hingefahren und haben uns ein ordentliches Truthahn-Essen abgeholt. Die Leute da sahen alle bedürftig aus, allerdings standen dafür echt große Autos vor der Tür. Das Essen wurde von Pfadfindern serviert und war total lecker. Drei Gänge.