Yuhu, wir haben unser Auto verkauft.
Das ist vielleicht der richtige Zeitpunkt um mal was über "Baby blue" (so heißt der Van) zu schreiben. Es ist ein alter (1992) GMC-Van, der seit März in deutscher Hand ist. Der Van ist supercool, man wird ständig darauf angesprochen, weil er auch noch total gut in Schuss ist. Und jeder der einen Blick hinein wirft ist neidisch auf unser "King size bed". Wir haben also (dank Gerlind und Gunter) ein riesen Matratze drin, die passt ganz genau rein und ist Luxus pur. Vor allem wenn es wie jetzt immer um 17 Uhr dunkel und kalt wird.
Und weil der Van so toll ist, hatte Jason aus Boulder gleich bei unserer Ankunft gesagt, dass er ihn dann kauft. Er sollte ihn wor unserem Abflug in Los Angeles abholen. Vor einer knappen Woche kam dann die Nachricht, dass er weder Zeit noch Geld hat, das Auto zu kaufen. Also kurzzeitig Stress und große Van-for-Sale-Aktion. Nachdem erstmal ein paar Tage nix passiert ist, hatten wir gestern plötzlich drei Interessenten und haben den Van dann heute an zwei supernette Kletterer verkauft. Die sind auf einem "Roadtrip", ihr altes Auto war etwas eng und jetzt werden sie mindestens bis zum Sommer in "Baby blue" wohnen. Wir können das Auto noch bis Dienstag behalten und werden dann von den beiden am Flughafen abgesetzt. Perfekt.
Soviel zum Auto...
Wir waren noch drei Tage in den Buttermilks bzw. Happys bouldern. Dabei haben wir Katinka und Axel aus Stuttgart getroffen, die sind 9 Monate hier und haben eine Homepage mit ein paar Infos zu Bouldergebieten in den USA (+Squamish):
http://axel.perschmann.info/
Wir waren mit den beiden bouldern und zum Abschluss nochmal in den Hot Springs (Keough Hot Springs Road). Diesmal wars auch wieder hot, weil das Hot Springs Schwimmbad ab 19 Uhr geschlossen hat und das Wasser nicht mehr abzapft.
Wir waren 2 Stunden planschen, das war sehr lustig, allerdings waren wir nachher sowas von aufgeweicht...
Jetzt sind wir in Joshua Tree. Landschaftlich ist der Nationalpark echt nett, viele Gipfel, Blöcke, Felshaufen und dazwischen überall die Joshua Bäume. Allerdings fehlen die Highlights und das Klettern reißt uns nicht so vom Hocker. Ansich ist die Kletterei cool, allerdings merkt man bei der Absicherung, dass das ein altes Klettergebiet ist. Entweder Risse, die immer schwerer sind als sie aussehen oder 30m-Platten mit 3 bis 4 Bohrhaken.
Unsere erste Route hier war 5.9 und echt krass. Crux zum zweiten Haken in 15 m Höhe mit Erdungspotenzial in Blöcken. Und für 5.9 voll abgefahren. Tino ist im Nachstieg direkt mal reingefallen (Nachstieg ist aber auch nicht sein Ding:)).
Es gibt viele Routen die man laut Kletterführer nur im Toprope klettern soll. Das ist doch komisch. Und dann sollte es wenigstens auch mal Umlenker (oder irgendwelche Haken) geben, damit man zum Topropen nicht den ganzen Gipfel mit Schlingen und Cams einstricken muss.
Heute waren wir Wäsche waschen und da hat uns ein alter Mann erzählt, dass es in so einer Kirche in der Nähe zwischen 16 und 18 Uhr kostenloses Thanksgiving Dinner gibt. Thanksgiving ist morgen und wird hier echt groß gefeiert. Jedenfalls sind wir da natürlich hingefahren und haben uns ein ordentliches Truthahn-Essen abgeholt. Die Leute da sahen alle bedürftig aus, allerdings standen dafür echt große Autos vor der Tür. Das Essen wurde von Pfadfindern serviert und war total lecker. Drei Gänge.