Wir haben uns schweren Herzens von Boulder losgerissen und sind nach Rifle gefahren. Das soll das beste amerikanische Kalk-Sportklettergebiet sein. Ist auch echt ganz cool, aber nicht so die typische Kalkfelsstruktur, sondern eckig und kantig, ohne Löcher. Die Locals steigen gleich mit dem Gurt aus dem Auto. Die Felsen sind alle im Canyon in dem die Straße langgeht, also hat man 5 bis 15 m Zustieg. Allerdings ist das Klettern total anstrengend, zumindest wenn man vorher im senkrechten Granit unterwegs war. Nachdem wir uns am ersten Tag eingewöhnt hatten, lief es eigentlich gut, allerdings war ich am zweiten Tag so platt, dass ich schon die Aufwärmrouten nicht mehr hochgekommen bin. Tino ging es zum Glück besser, 5.12b lief zumindest gut. Cool war auch, dass wir Lynn Hill getroffen haben, die da 5.13d projektiert hat. Wir haben mit ihr über genmodifizierte Lebensmittel gequatscht.
 |
| Lynn Hill in "Living in fear" 5.13d |
Nach zwei Tagen Rifle brauchten wir defintiv einen Ruhetag, außerdem waren die Nächte immer deutlich unter Null Grad, das war nicht so toll mit unseren Sommerschlafsäcken, die für +7 Grad ausgelegt sind. Also sind wir weitergefahren, Richtung Moab. Unterwegs haben wir das Independence Monument im Colorado National Monument bestiegen, das erste richtige Urlaubshighlight und eine echte Empfehlung. Das ist ein superschöner Gipfel und es gibt eine gute Route für Ruhetage, 4 Seillängen maximal 5.8, eine Stunde Zustieg. Früher ging da mal eine Leiter hoch und die Löcher von deren Befestigung sind jetzt richtige Henkel :)
 |
| Lisa auf dem Weg zum Independence Monument |
Danach gings weiter, an Moab vorbei nach Indian Creek. Getreu Tinos Motto "No Riss, no fun" haben wir uns zwei Tage lang Risse aller Größen (bis hin zum offwidth) hochgeschlatzt. Die Amis fanden uns immer lustig, weil wir mit unserem einen Satz komischer Cams, einem Seil und einer uralten Kletterführerkopie ankamen, folglich immer Ausrüstung und Führer borgen mussten und ihnen am Ende doch erstaunlich schwere Topropes eingehängt haben. Jetzt sind wir allerdings ganzkörperaufgeschrabbelt, der Sandstein ist echt fies. Tino meint, die Wunden sind so, wie wenn man in der Turnhalle übers Parkett schleift. Darum sitzen wir jetzt in Moab im Café und entspannen bevor wir uns gleich einen leckeren Burger reinziehen.
 |
| Tino in "Scarface" 5.11- |
Lisa
Schöner Vergleich mit dem Parkett, schön auch, wenn es dann mal aufhört zu nässen...
AntwortenLöschenWir hatten hier ein schönes Stiftungsfest und nach einem Bouldersonntag am Schneeberg haben wir beschlossen uns in KV Topout umzubenennen. Klingt doch voll locker, oder? Vielleicht können wir damit ein wenig von unserem unentspannten Image abrücken...
also ich finde, ihr schaut auf euerm 2. Profilbild nicht besser drein als auf dem ersten ;P
AntwortenLöschenUnd Tino, auch wenn der Sandstein viel feiner ist, musst du erst die Hand lösen und dann nach oben schieben...........
Viel Spaß noch
hallo ihr beiden,
AntwortenLöschenich kann euch mitteilen,dass ich mich nun auch offiziell als aussteigerin bezeichnen darf.es war ein harter kampf mit einem baum, margarine,komischen outfits,starken ausdünstungen und einem 0,5l pivo. ist echt ein schönes wochenende mit einem wunderschönen herbstsonntag als abschluss gewesen.
während bei uns die woche über der unialltag immer wieder zurückkommt, bin ich schon ein wenig neidisch auf eure erlebnisse,die ihr JEDEN tag habt!lynn hill,wow!
ich wünsche euch auf jedenfall noch viele spannende tage,wochen und monate.
viele liebe grüße ins land der unbegrenzten möglichkeiten!