Donnerstag, 31. März 2011

Mehr Tonsai und Bangkok


Bangkok Flughafen - der Urlaub ist vorbei, jetzt kommt nur noch die Heimreise.

Wir hatten noch viel Spaß in Tonsai, immer nette Leute um uns und die Ausdauer wurde auch deutlich besser. Wir konnten beide mehrere 7cs klettern, yuhu. Das waren wirklich schöne Routen und wir haben auch nicht viele Versuche gebraucht. Schwerere Routen gibt’s leider nicht so viele und die die wir versucht haben, gingen nicht so richtig. Gegen Ende hat es mehr geregnet, dafür wars etwas kühler und beim Klettern lief nicht mehr der Schweiß in die Augen.
An einem Ruhetag haben wir uns ein Moped gemietet, kostet knapp 4 Euro am Tag und die Dinger fahren locker 80 mit zwei Leuten drauf. Damit sind wir zu einem Tempel gedüst, wo man 1237 Stufen zu einem goldenen Riesenbuddha und ner goldenen Riesenglocke hochlaufen kann. Die Stufen sind zum Teil kniehoch und megasteil und man fragt sich echt, warum man so was am Ruhetag macht, aber oben gibt’s nen coolen Blick, u. a. auf diese Kalk/Karst-Türme, die man eher von Bildern aus China oder Vietnam kennt, die hier aber auch rumstehen. Die reichen bis ans Meer, dort klettert man dran und nennt es Tonsai :) Im Hinterland gibt’s auf jeden Fall viel Felspotential, falls Tonsai irgendwann zu poliert und zugemüllt ist.  Auf dem Rückweg vom Tempel haben wir noch Elefanten gesehen, die im Wald rumstehen und auf denen man reiten kann (war uns zu teuer und die Elefanten sahen soo traurig aus).

Schließlich sind wir nach Bangkok zurückgefahren und wurden erstmal am falschen Busbahnhof rausgeworfen, weil keiner englisch sprach. Mit dem öffentlichen Bus gings weiter zur Khao San Road, die ist das Zentrum des Touristenviertels. Eigentlich ist das ne ganz normale langweilige Straße, aber irgendwie haben sich in der Umgebung alle Hostels und Gefakte-T-Shirts-Läden etc. angesiedelt und so ist dort vor allem abends die Hölle los. Wir hatten ein sehr nettes Guesthouse nur 150 m von Khao San weg in einer kleinen Gasse, wo auf einmal gar nix mehr los ist.

Bangkok ist eine krasse Stadt, aber eigentlich schon cool, wenn man sein ganzes Zeug in einem Zimmer untergebracht hat, aus dem einem nix geklaut wird und dann in Ruhe rumlaufen kann. Auf den Straßen ist übelst was los, überall ist Stau, mindestens ein Drittel der Autos sind Taxen, dazu kommen Tuk Tuks (dreirädrige offene Taxen), haufenweise Mopeds, etc. Wir haben uns immer mit den öffentlichen Bussen bewegt, das ist billig ( etwa 15 bis 30 Cent pro Fahrt oder kostenlos) und unterhaltsam und man findet auch immer einen Thai, der einem sagt wann man aussteigen muss. Auf den Fußwegen ist genauso viel los, denn dort steht ein Stand am anderen. Man kann hier quasi alles kaufen, vor allem gibt es leckeres Essen, was direkt vor einem gebrutzelt wird und hygienisch auch ok ist. Wir haben ständig für 50 Cent irgendwelche leckeren Teilchen probiert.

Wir haben uns ein paar große Tempel wie Wat Pho und Wat Arun angeguckt, da gibt es haufenweise Buddha- Statuen und alles ist golden und glitzert, das ist schon echt sehenswert. Manchmal findet man auch einen weniger bekannten Tempel, biegt aus dem Trubel der Straßen einfach in einen Hinterhof und hat plötzlich völlige Ruhe.

Gestern waren wir shoppen und konnten die Gegensätze zwischen billigem Großmarkt und Luxuseinkaufszentrum kennenlernen. Der Markt besteht aus kleinen Buden wo alle möglichen Klamotten verkauft werden, es gibt überall bunte Sachen und manchmal fühlt man sich wie in Hrensko. Im Einkaufszentrum Siam Paragon dagegen gibt’s in der zweiten Etage einen Lamborghini-Laden…
Am angenehmsten wars im MBK, das ist ein Megaeinkaufszentrum, wo viele Einheimische einkaufen, es gibt unendlich viele kleine Läden und man kann so ziemlich alles kaufen. Noch ein kurzer Abstecher nach Chinatown für noch mehr krasse Eindrücke, dann sind wir fußlahm, hatten aber einen coolen Tag mit viel Essen und Shoppen.

Also dann, man sieht sich in Dresden.

Montag, 14. März 2011

Thailand

…ist anders, aber sehr schön. Das heiße, stickige Bangkok mit seinen 8 Millionen Einwohnern haben wir so schnell wie möglich verlassen und uns das Sightseeing für den Schluss aufgehoben. Wir haben uns also nur zum Hotel und am nächsten Morgen zum Southern Bus Terminal bewegt, um den öffentlichen Bus nach Krabi zu nehmen. Der Bus kostet etwa 15 Euro und fährt über Nacht, 800 km in 12 h. Die Fahrt war erstaunlich komfortabel, in den öffentlichen Bussen wird zudem nicht geklaut. Bei den privaten Bussen, die in den Touristenzentren angeboten werden, fährt oft jemand unten im Gepäckfach mit und durchsucht dann in Ruhe deinen Rucksack. Unterwegs steht mindestens jeden Kilometer ein großes Bild vom König, außerdem wird zweimal am Tag an öffentlichen Plätzen, im Radio, etc. die Nationalhymne gespielt und dann stellen sich alle hin und das ganze Leben steht für eine halbe Minute still.

Straende von Tonsai (der kleine links) und Railey


Von Krabi fährt man mit dem Kleinbus nach Ao Nang und dann mit dem Longtailboot nach Ton Sai. Dort biegt man in die Bucht ein und fühlt sich wie im Paradies. Strand und auf beiden Seiten große Felsen mit dicken Sintern. Wir haben einen Bungalow im Green Valley Ressort für 200 Baht (1 € = 42 Baht) pro Nacht. Die Wände sind aus Bambusmatten, d.h. man kann durch die Löcher rausgucken und es kommt auch Viehzeug rein, aber wir hatten bisher noch keine größeren Probleme, das Bett ist sehr bequem, es ist sauber, das Moskitonetz funktioniert und wir haben ein eigenes Bad. Das Bad ist ganz witzig, denn es gibt keine Klospülung, sondern einen großen Wassereimer mit einer kleineren Plastikschüssel, mit der man spülen soll (bzw. mit der man sich eigentlich auch den Hintern abspülen soll). Die Dusche hängt einfach daneben an der Wand.


Ton Sai ist voller Kletterer, entsprechend angenehm ist die Atmosphäre. Überall gibt es Bars und Essenstände, ein leckeres Abendessen kostet zu zweit etwa 5 €. Manchmal ist es etwas zu scharf, aber mit dem berüchtigten Magenproblemen hatten wir noch nicht wirklich zu tun. Direkt neben der letzten Strandbar beginnt der erste Klettersektor, ein fettes Dach. Auch zu den anderen Sektoren ist es nicht besonders weit, die Kletterei ist überall steil und es gibt die größten Sinter, die wir je gesehen haben. Natürlich ist vieles ziemlich poliert, wobei das eigentlich nur bei den Tritten etwas stört, weil die Griffe verhältnismäßig groß sind. Weil gerade Nebensaison ist, muss man selten an den Routen anstehen, in der Hauptsaison sind hier wohl viermal so viele Leute. Wir schwitzen beim Klettern wie wir noch nie im Leben geschwitzt haben, es läuft richtig. Es ist echt übelst warm. Trotzdem geht 7b und 7b+ bei uns beiden schon ganz gut, an 7c arbeiten wir.

Tino beim Deep Water Solo

Sonnenuntergang am Traumstrand (kurz vorm Bootsuntergang)
Wir waren auch schon beim Deep Water Soloing. Dazu haben wir zu acht (u.a. mit André Borowka und Isabell) ein Longtailboot inkl. Fahrer gemietet und sind zu den Inseln vor Ton Sai gefahren. Mit einem Kanu fährt man die letzten Meter zum Fels, klettert aus dem Kanu los, bis man abfällt und ins Wasser platscht bzw. meistens eher bis man sich nicht mehr weiter traut und reinspringt. Das macht auf jeden Fall viel Spaß, denn das Wasser hat die perfekte Temperatur. Zum Abschluss sind wir zum Sonnenuntergangangucken an einen Traumstrand gefahren. Der Strand ist ein schmaler Sandwall zwischen zwei Miniinseln, der bei Flut 1,5 m breit bzw. teilweise ganz unter Wasser ist. Der Sand ist fein und weiß, wirklich supertoll. Nach dem Sonnenuntergang wollten wir nach Ton Sai zurück fahren, leider ist unser Fahrer 50 m vom Strand entfernt im knietiefen Wasser auf einen Stein gefahren, wodurch das Boot ein großes Loch bekam und in wenigen Sekunden geflutet war. Die Rucksäcke und so konnten wir in Sicherheit bringen, allerdings saßen wir nun auf der Insel fest. Das einzige andere Boot das noch da war, machte den gleichen Fehler (wie blöd kann man sein) und fuhr sich auf den Steinen fest, bekam allerdings kein Loch. Also wurde beschlossen, erstmal auf Flut zu warten. Naja, man kann sich Schlimmeres vorstellen als auf einer kleinen Insel mit tollem Strand abzuhängen und auf Flut zu warten. Die Gruppe von dem anderen Boot hatte sogar noch Bier, das in dieser Notsituation natürlich mit uns geteilt wurde. Nach einer Stunde oder so war das Wasser dann hoch genug und so wurden erst die anderen und dann wir gerettet.

Typisch Tonsai: Affen spielen im Muell


Ein bisschen Abenteuer haben wir hier jeden Tag, irgendwas ist immer los. Beim Klettern mit Jan und Kathi aus Hamburg (haben wir im Bus getroffen) wurden wir von Affen attackiert. Von Weitem sind die ja echt lustig anzugucken, aber während Jan topropte kam die Affenbande neben ihm kopfüber eine Liane runter und umringte uns unten. Die Viecher gehen echt aggressiv auf Essen (besonders Bananen) und haben überhaupt keine Angst. Kathi musste sich mit dem Chef der Bande einen Kampf um ihre Tasche liefern und wir hatten richtig Angst gebissen zu werden. Ordentlich Krach mit einem großen Stock konnte die Viecher vertreiben und wir haben nur unser Mittagessen eingebüßt, aber gruslig war es schon. Nachher wurden wir vom Affenchef von oben mit Steinen beworfen, auch nett.

Ansonsten ist es hier aber echt schön, wir haben viel Spaß und freuen uns, dass wir noch 2,5 Wochen Zeit haben.

Sonntag, 6. März 2011

Blue Mountains und Sydney

Erstmal ein kurzer Nachtrag zum letzten Blog: Eine Lebensweisheit von Tino zu meinem Rumgejammer in einem Riss am Mt. Buffalo: „Es tut kürzer weh, wenn du schneller kletterst.“.

Jetzt sitzen wir schon in Sydney auf dem Flughafen, diesmal musste ich zur Sprengstoffkontrolle.

Blue Mountains
Lisa in Loop the Loop 25
Abendprogramm - sehr lecker
Die letzten beiden Wochen waren noch mal richtig gut, denn wir waren in den sehr schönen Blue Mountains klettern. Die sind 2 Stunden von Sydney weg und eines der tollsten Klettergebiete, die wir kennen. Es gibt unendlich viele Sandsteincliffs, mit Routen aller Art. D.h. Sportkletterrouten genauso wie selbstabzusichernde Kletterei, senkrechte Platten mit kleinen Leisten genauso wie große Überhänge, 15 m Routen genauso wie 250 m Routen. Wir konnten uns kaum entscheiden, wo wir anfangen und müssen auch unbedingt noch mal herkommen, weil es noch so viel zu tun gibt. In der ersten Woche haben wir so ziemlich alle der oben genannten Möglichkeiten getestet und waren begeistert. In der 2-Seillängenroute Wally World (22) waren wir auf einmal mitten im Nebel.  Ziemlich cool mystisch, wenn auf einmal alles nur noch weiß ist und man weder den Boden noch die anderen Talwände sieht. Wir haben uns noch mal mit Jamie getroffen, der in den Blueys wohnt, den wir aber auf Tasmanien kennengelernt haben. Am Ruhetag haben wir mit ihm nach einem üblen Zustiegs-Bushwalk eine schöne leichte 3-Seillängenroute (On both sides of the Glass) gemacht. Jamie ist Amerikaner, d. h. er redet sehr viel, er lebt aber schon lange in Australien, d.h. er ist supernett. Wir waren auch im Hardmover-Sektor Diamond Falls, wo die Aufwärmroute 26 ist und in einem Haufen anderer cooler Sektoren.

Dann haben wir letztes Wochenende unser Auto in Sydney übergeben. Zum Glück erreicht man die Blue Mountains auch sehr gut und günstig mit dem Zug, nur die Gebietsauswahl ist dann ziemlich eingeschränkt. Glücklicherweise war Daniel Hahn mit Jana, Leona und Camillo auch gerade da und wir konnten zwei Tage mit ihnen klettern gehen. Zum Schluss waren wir wieder allein und haben direkt am Centennial Glen unter der Main Wall unser Zelt aufgestellt, was die Locals natürlich sehr lustig fanden. Am letzten Tag waren wir ziemlich erfolgreich und haben gleich mehrere 25er am Centennial Glen und Porters Pass geonsightet und noch mehr richtig geile Routen geklettert. Zum Abschluss haben wir nachts unterm Wasserfall geduscht, bevor es am nächsten Morgen zurück nach Sydney ging. Wir haben uns wieder bei Colin einquartiert und er war mit uns „The Clock“, die berühmteste Route in Sydney, klettern und auch noch an einem Seacliff direkt in Sydney. Dann haben wir uns für einen Tag seine Fahrräder geschnappt und uns Sydney angeguckt - Botanischer Garten, Oper, Harbour Bridge. Das Fahrrad ist dafür wirklich das beste Verkehrsmittel.

Mit den Fahrraedern durch Sydney


Und zum Abschluss gabs gestern noch ein Highlight der anderen Art: die Mardi Gras Parade, die größte Schwulen- und Lesbenparade der Welt. Ganze 2,5 Stunden lang bewegte sich der krass schrille Umzug an uns vorbei, dazu 300.000 Zuschauer, echt abgefahren. Nach der Hälfte der Zeit hatten wir jeder zwei Getränkekisten zum draufstellen ergattert und konnten gut über die anderen Leute gucken. Nicht nur die Leute in der Parade sind schrill, auch viele der Zuschauer wollen sich wohl gern zum Klops machen. Man kann das gar nicht richtig beschreiben, aber wir haben natürlich das eine oder andere Bild gemacht J. Leider müssen wir jetzt ins Flugzeug, also kommen die Bilder später.
Mardi Gras - Vorbereitung der Teilnehmer

Dienstag, 22. Februar 2011

Zurück Richtung Sydney - über Mt. Buffalo, Nowra, Point Perp

Liegt ein U-Boot auf der Wiese, weit weg vom Meer
Da der Großteil der Grampians immer noch zu war, weil einfach die Straßen nicht mehr vorhanden sind, mussten wir so coole Sektoren wie z. B. die Gallery auslassen und haben uns also auf den langen Rückweg Richtung Sydney begeben. Unterwegs hat sich erstmal einer unserer Reifen aufgelöst, bei Tino ähnelte das Reifenwechseln aber einem Boxenstopp in der Formel 1, ich war echt verblüfft und es ging schnell weiter. Erster Zwischenstopp war der Mt. Buffalo, das ist ein kleiner Nationalpark mit einem Hochplateau, auf dem bekletterbare Granithaufen rumliegen, außerdem kann man auch am Rand des Plateaus bis zu 300 m lange Routen klettern. Die Reibungskletterei ist echt super. Grobkörniger, gleichmäßig bebuckelter Granit, auf dem man die größten Buckel sucht, um sich draufzustellen. Ein bisschen nervig ist, dass fast alles nur mit Carrots abgesichert ist. Das ist eine australische Spezialität und bedeutet, dass statt normaler Bohrhaken nur Schrauben (M10) vorhanden sind, über die man dann noch ein Boltplate („Lasche“) drüberhängen muss, bevor man eine Exe einhängen kann. Man hat diese Boltplates im Chalkbag, um sie benutzen zu können (man kann sie ja nicht erst vom Karabiner abfummeln), also kommt man nicht so richtig an sein Chalk ran. Außerdem sieht man die Routen nicht, weil gerade auf dem Granit diese Schraubenköpfe überhaupt nicht zu sehen sind, also klettert man gern mal vorbei.   
100 m Reibungskletterei an der Cathedral am Mt. Buffalo

Vom Mt. Buffalo sind wir an einem Tag etwa 600 km östlich nach Nowra gefahren. Da soll das beste Sportklettergebiet Australiens sein und nach dem Platten- und Abenteuerklettern war das mal ne gute Abwechslung. Das Gebiet liegt an einem Fluss mit einem schönen Campingplatz. Wenn man dort Gast ist, kann man kostenlos die Kanus nutzen und auf die andere Flussseite paddeln, um zu den coolen Sektoren zu gelangen. Die Klettereien sind wirklich gut. Man kann wählen ob 7 oder 30m Route, ob Platte oder waagerechtes Dach. Kurz: es lohnt sich, da mal vorbeizuschauen.

Um nach 2 Tagen wieder ein bisschen Action zu haben, braucht man nur an die Küste zum Klettergebiet Point Perpendicular zu fahren. Das beginnt damit, dass man in ein militärisches Sperrgebiet fahren muss. Wenn man Pech hat, ist es gerade gesperrt, weil Bombenabwurfübung oder ähnliches stattfindet. Wenn man dann erst mal drin ist, kann man an Sandsteinwänden klettern, die direkt am Meer sind. Das bedeutet, zum Einstieg abseilen und hoffentlich wieder hochklettern. Das ist echt cool und die Routen richtig gut, man kann wieder wählen, ob man nur Haken klippt oder doch noch Keile etc. mitnehmen will.
Klettern mit Ausblick am Point Perpendicular


Bombenabwurfübungsplatz Point Perpendicular

Nach 2 Tagen mussten wir auch hier wieder los, da in Sydney jemand unser Auto kaufen und es sich erst mal angucken wollte. Also sind wir nach Sydney gefahren und haben unser Auto verkauft. Coole Sache. Vor allem können wir es jetzt noch ne Woche behalten und in den Blue Mountains klettern gehen.
Den nächsten Tag haben wir in Sydney bei Colin und seiner Familie verbracht und ausnahmsweise mal was nützliches gemacht. Wir haben fast den ganzen Tag gearbeitet, weil Colin den Dachboden ausbaut und Hilfe gut gebrauchen konnte. Abends gabs dafür ein schönes Kängurusteak. Echt gutes Fleisch.
harte Arbeit am Ruhetag in Sydney
 Apropos Känguru. Ich wollte noch mal was über die Tierchen in Australien schreiben. Wir haben es jetzt endlich geschafft alle Tiere zu sehen, die wir sehen wollten. Känguru, Koala, Echidna und die vielen bunten Vögel haben wir schon mal erwähnt. In den Grampians haben wir unseren ersten Emu gesehen und viele weiße Riesenpapageien, die übelst Krach machen. Naja, das letzte Tier das wir sehen wollten, war ein Wombat. In Nowra auf dem Campingplatz läuft in der Dämmerung auf einmal ein schweineähnliches Etwas über den Weg und frisst Gras. Da war unser erstes Wombat. Allerdings sehen die nicht wie Schweine aus sondern viel besser. Echt witzige Tierchen. Nun zu den Tieren, die man nicht sehen will: Weißer Hai und Krokodil haben wir zum Glück noch nicht gesehen. Dafür bin ich am Point Perpendicular fast über eine Schlange gestolpert. Wie mir Colin später erzählte, war da die 4. giftigste der Welt. Aber das man die trifft sei kein Wunder, es leben wohl 19 der 20 giftigsten Schlangen der Welt in Australien. Und dann hat uns Colin echt gruselige Geschichten erzählt. Giftige Spinnen schocken uns ja jetzt schon nicht mehr so sehr, auch Lisa kommt mittlerweile besser mit Spinnen klar (vor allem wenn ich sie wegmache). Die giftigste Spinne der Welt ist die Sydney Funnel-web spider und die wohnt zum Beispiel bei Colin im Garten. Und wahrscheinlich überall in Sydney. Die Trichternetze der anderen Funnel-web-spider-Arten sieht man ständig beim Klettern und ist dann immer bemüht, nicht ganz so tief in irgendwelche Löcher zu greifen. Ich wurde beim Klettern echt mal von einer Spinne attackiert, die kam an und wollte beißen. Zum Glück war ich im Toprope und konnte einfach loslassen. Die gruseligste Geschichte von Colin: Er hat beim Klettern aus einem Untergriff weit hoch in ein Band gefasst und dachte sich dann „That´s not rock“. Also Zug wieder zurück und außenrum geklettert, bis er dann von oben auf das Band gucken konnte und die fette Schlange sah, auf die er direkt drauf gefasst hatte.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Grampians,...

… doch beginnen sollten wir bei Melbourne. Direkt von der Fähre aus Tasmanien sind wir in den Aldi gefahren (ja den gibt’s hier auch und er hat auch hier mit die günstigsten Lebensmittel). Als wir gerade den Einkauf beendet hatten, wurden draußen alle Leute etwas hektisch. Wie sollte es anders sein, der Regen hat uns mal wieder eingeholt, nur bis Tassie war er nicht gekommen. Draußen hat es so geregnet, dass in 5 Minuten die komplette Straße unter Wasser stand (Bild).
Das erinnerte uns irgendwie an das Hochwasser in Dresden 2003, wo auch diverse Autos geflutet waren. Unser Brownie hat es ganz gut überstanden, das Wasser ging nur bis zur Stoßstange. Naja, es hat dann auch noch die ganze Nacht geregnet, das bedeutet in 12 Stunden etwa ein Sechstel des Jahresniederschlags von Dresden.

Im Internet haben wir dann auch noch gelesen, das die Grampians aufgrund der erneuten erwarteten Niederschläge vorsorglich gesperrt sind. Deshalb haben wir ein Tag mit Sightseeing in Melbourne verbracht, was auch echt cool ist. Es gibt ein kostenloses Touristen-Shuttle mit dem man durch die Stadt gefahren wird und die wichtigsten Sachen sieht. Das ist echt entspannt, wenn man mal nicht mit dem Auto in ner Großstadt unterwegs ist. Melbourne ist zudem echt schön. Es gibt viele Grünanlagen, wie den Royal Botanic Garden, der allerdings aufgrund der heftigen Regenfälle zum Teil geflutet war.
Lisa im Kräutergarten des Botanic Gardens
Interessant war es trotzdem, weil es Pflanzen aus aller Welt zu besichtigen gibt und viele seltene Vögel und Tierchen. Lustig ist es, wenn die Aale auf der nassen Wiese rumzappeln.
Nach dem Botanic Garden sind wir zum Queen Victoria Markt gefahren. Ein riesiger Markt, wo es alles zu kaufen gibt. Nachmittags haben wir uns dann noch den Hafen und die Innenstadt angeguckt. Sehr interessant, weil die Architektur sehr abwechslungsreich ist. Neben einem Haus von aus dem 19. Jahrhundert steht eben einfach mal ein Hochhaus von gestern.
Noch am selben Tag sind wir in die Grampians gefahren, hier hatte es offenbar gar nicht geregnet. Wir sind wieder auf den Mt. Stapylton Campingplatz gefahren. Der ist ziemlich cool: Neben den vielen Kängurus gibt es Emus und weiße Riesenpapageien, die zu hunderten in einem Baum am Ende des Campings nächtigen. Leider machen die früh so einen Lärm, dass man ab halb sieben nicht mehr schlafen kann. Das hat mich allerdings nur wenig gestört, da man sowieso zeitig aufstehen muss, wenn man an der Taipan Wall klettern will. Außerdem hat der Campingplatz viele Mücken zu bieten, die in unerträglicher Zahl ab Einbruch der Dämmerung vorhanden sind. Ziemlich cool ist dafür die „Buschdusche“, bei der man 12 Liter aus dem Regenwassertank in einen Eimer kippt, der unten einen Duschkopf dran hat. Damit kann man erstaunlich lange duschen.
Nun kurz zum Klettern. Da in den Grampians derzeit nur der Nordteil zugänglich ist, waren wir fast ausschließlich am Mount Stapylton klettern und dabei vorrangig an der Taipan Wall.
Taipan Wall im Abendlicht
Jeder der diese Wand und ihre Ausrichtung (nordwestlich) kennt, kann sich vorstellen, dass es sehr ungewöhnlich ist, wenn man im australischen Hochsommer beim Sichern 2 Jacken und Handschuhe anhat. An den ersten Tagen war es echt kalt bis nachmittags die Sonne den Fels enorm aufwärmt. Wir haben eine Menge von den klassischen Routen geklettert. Am ersten Tag haben wir uns versehentlich mit der falschen Route aufgewärmt und ich war echt frustriert wie schwer 21 sein kann, bevor der Local um die Ecke kam und mir erzählte, dass ich gerade ne 26 geklettert bin. Bei mir lief es echt ganz gut und ich habe mich schnell an die runden Griffe und weiten Züge gewöhnt. Lisa konnte auch am zweiten Tag  „Invisible Fist“ (die „Aufwärmroute“ vom Vortag) Rotpunkt klettern. Generell ist die Taipan Wall ziemlich beeindruckend. Eine mehr als 100m lange, überhängende, glatte Wand. Viele der 1-3 Seillängen Routen sind dementsprechend eher schwer und man braucht ganz schön Ausdauer. In den leichteren Routen gibt es teilweise nur 1-2 Bohrhaken auf 50m. Andere Routen sind gut mit Bohrhaken abgesichert.
Beim Rotpunkten von Mr. Joshua (25)

Wenn die Sonne nachmittags in die Wand kommt, kann man eigentlich woanders hingehen, denn es gibt in der Nähe noch ein paar schöne Wände mit guten Routen (Wall of Fools und Sandinista Wall). Seit wir angekommen sind ist es jeden Tag wärmer geworden. Gestern hatten wir schon 33°C, da hat es diese Nacht gleich mal durchgeregnet.

Samstag, 5. Februar 2011

Tschüssi Tassie


Heute gibt’s mal nen langen Blog, denn ich hab viiiiel Zeit. Wir fahren neun Stunden mit der Fähre zurück aufs Mainland. Die Tagfähre ist günstiger, weil man nachts eine Unterkunft, also eine Kabine oder so nehmen muss. Es gibt nur die eine Fährgesellschaft und entsprechend sind die Preise. Naja, jedenfalls sitzen wir jetzt hier rum, versuchen sinnvolle Sachen zu tun und Tino näht seine Kletterhose, wobei er feststellte, dass es bei Wellengang nicht so einfach ist, den Faden in die Nadel einzufädeln. In den Nachrichten sehen wir, was schon wieder in Queensland los ist, gut dass wir da nicht hinwollen. Tino ist gerade traurig, dass er den ersten Film im Fährkino verpasst hat: Kung Fu Panda. Vielleicht kann er sich mit dem Comic-Tier-Malkurs ablenken.

Unsere zweite Woche auf Tasmanien war noch mal super, auch wenn der Totem Pole natürlich nicht zu toppen ist. Tasmanien ist ganz anders als der Rest von Australien, eigentlich ist es eher wie Neuseeland: angenehme Größe, aber größer als man erst denkt, alles ist grün, hügelig, die Städte sind nicht zu groß,…

Wir haben uns am Ruhetag mit meiner Cousine Anita die größte Stadt der Insel,  Hobart, angeguckt und waren am nächsten Tag direkt über der Stadt am Mt. Wellington an den Organ Pipes klettern. Hobart ist direkt am Meer, aber auf der anderen Seite der Stadt steht einfach mal einen 1270 m hoher Berg. Samstagfrüh waren da total viele Radfahrer unterwegs. Auf nur 20 km Strecke vom Stadtzentrum zum Gipfel kann man gut Höhenmeter machen. Die Organ Pipes sind wieder so cool aussehende Doleritsäulen wie in Ben Lomond, aber mit mehr Struktur, wodurch es auch Wandkletterei gibt. Es gibt richtig tolle 60m lange Sportkletterrouten, in denen mal alle unsere Exen zum Einsatz kamen.

Dann gings weiter zur Freycinet Peninsula, wo wir erstmal zur Wineglass Bay gewandert sind. Das soll einer der 10 schönsten Strände der Welt sein und er ist auch echt hübsch, allerdings nicht so strahlend weiß wie auf allen Werbefotos, da wird wohl immer der ganze Seetang und so rausretuschiert. Wir waren an der White Water Wall klettern, der Name ist Programm, denn das Meer geht voll ab. Man klettert schöne Trad-Routen an der Steilküste, zur Abwechslung mal am Granit und rungsen die Wellen gegen den Fels. Man steht halt unten immer auf einem Felsplateau knapp über dem Wasser und wird hoffentlich nicht nass, obwohl es manchmal schon ziemlich beängstigend ist, wenn da so richtig große Wellen angerollt kommen.  Einmal hatte mich Tino gerade ein paar Meter nachgeholt, als mein Sicherungsplatz unten komplett eingeweicht wurde.

Fünf Minuten von der White Water Wall gibt’s auch einen superschönen Zeltplatz, der leider nur über einen 4-Wheel-Drive-Track zu erreichen ist. Allrad braucht man zwar eigentlich nicht, es ist mehr eine Frage der Bodenfreiheit und unser Brownie hätte das wahrscheinlich schon irgendwie geschafft, aber wir wollten ihn nicht schrotten und es war Regen angesagt, also haben wir lieber draußen geparkt und gepennt und sind zum Klettern die 2,5 km gelaufen. Lieber uns schinden als das Auto J

Am nächsten Tag waren wir in einem der wenigen Sportklettersektoren, in der Star Factory. Wir haben uns da nicht gerade mit Ruhm bekleckert, hatten aber einen guten Klettertag mal wieder in toller Umgebung. Von der Wand gehen geneigte Felsplatten direkt bis ins 70 m  weiter unten gelegene Meer, wenn man ausrutscht ist man weg. Der Fels ist oranger Granit und es gibt total viele schwere Routen. Unsere 23 zum Aufwärmen war auch richtig super und rau, bei den anderen Routen war der Fels zum Teil wie poliert (aber nicht vom vielen Klettern, sondern einfach so) und es war auch mal wieder alles viel zu hart eingestuft.

Am Ruhetag sind wir am Bare Rock eine supertolle Dreiseillängentour geklettert, Sapphire Rose 22. Als wir am Parkplatz standen war noch pralle Sonne und wir dachten, dass wir in der schwarzen, nördlich ausgerichteten Wand (Norden ist hier die Sonnenseite) voll gebraten werden, aber pünktlich am Einstieg kamen auf einmal Wolken und wir hatten perfekte Bedingungen. Tasmanien war vom Wetter (und auch sonst) eh super. Die Route ist komplett geboltet, beste Leistenkletterei und 100 m lang gleich bleibend schwer. Und weil ich immer fein alle Tradrouten nachsteige, durfte ich jetzt mal alle Seillängen vorsteigen. Yeah.

Zum Abschluss waren wir noch zwei Tage in Hillwood klettern, dass ist eines der wenigen Sportklettergebiete auf Tassie. Es ist ein bisschen wie im Frankenjura, kleine grüne Wände im Wald. Man wundert sich dass das Gebiet überhaupt mal entdeckt wurde. Aber die Kletterei ist voll cool und es macht echt Spaß. Es sind liegende Doleritsäulen mit kleinen Festkrallleisten oder großen abschüssigen Sloperleisten (also nicht wie in Franken).

Das wars also mit Tasmanien, uns hats richtig gut gefallen, alles hat gepasst. Wir haben auch festgestellt, dass es viele Picknick-Areas mit einem Barbeque gibt, da drückt man unten auf einen Knopf und dann wird oben die Platte heiß und man kann drauf grillen. Die Dinger sind meistens schön sauber, so wie alle öffentlichen Einrichtungen hier. Wir haben sogar mal in einem Kaff einen kostenlosen Campingplatz mit warmen Duschen gefunden. Duschen ist immer ein Event, weil es so selten vorkommt und so waren wir echt glücklich.

Übrigens kann man auf Tassie kostenlos Bibliotheksmitglied werden und dann den neuesten Kletterführer ausleihen. Ach, es war einfach alles perfekt….

Mittwoch, 26. Januar 2011

Tasmanien

Nach zwei weiteren richtig schönen Klettertagen in Arapiles waren die Grampians immer noch zu, also mussten wir unseren Plan ändern. Was wir eigentlich als Alternative gedacht hatten falls es zu heiß ist, wurde nun zur Flucht vor dem Wasser: wir sind nach Tasmanien gefahren. Das war auf jeden Fall eine super Idee, uns gefällts hier gut.

Vorher sind wir aber noch die Great Ocean Road langgefahren, das ist ja das touristische Must-have. Die Küste ist wirklich richtig schön, aber vor allem an den 12 Aposteln sind eindeutig zu viele Japaner-Reisegruppen unterwegs. Auf der Stichstraße zum Otway-Leuchtturm haben auf einmal alle Autos angehalten - in den Bäumen saßen überall Koalas, total lustig (der Leuchtturm ist übrigens sinnlos…).
London Bridge (Great Ocean Road)

Koalas mal nicht im Zoo (selten)

Auf Tassy waren wir zwei Tage in Ben Lomond klettern, da gibt es solche sechseckigen Doloritsäulen, an so was wollten wir schon immer mal klettern. Die Umgebung und die Kletterei sind ziemlich alpin, man hat eine Stunde Zustieg über ein nerviges Blockfeld aus umgefallenen Säulen. Dafür hat man dann geniale Risskletterei am superrauen Fels. Die 100 bis zu 150 m langen Routen enden alle auf einem  Plateau, von dem es eigentlich mal eine Abseilpiste gab, die leider von einem Traditionalisten entfernt wurde. Zum Glück waren bei uns einige andere Kletterer da und so wurde für zwei Tage ein Abseilseil eingerichtet. Die anderen waren alles sehr lustige und nette Australier, wir hatten echt viel Spaß. Einer stellte dann fest, dass es eigentlich ziemlich sinnlos ist, dass es hier ein kilometerlanges Cliff gibt und sich alle Kletterer auf zehn Metern drängeln…
Lisa im Ben Lomond Dolorit

Die letzten beiden Tage waren perfekt, wir waren erst am Moai, der ist 25 m hoch und steht auf der Spitze von einem Felsplateau im Wasser und es gibt echt nette Routen daran. Und gestern das Highlight: wir waren auf dem Totem Pole! Ein 70 m Turm mit 4 m Kantenlänge mitten im Wasser, was will man mehr. Die zwei Stunden Bushwalk hin nimmt man da gern in Kauf, dann seilt man 60 m ab und muss irgendwie zum Fels rüber kommen. Bei Ebbe und wenig Wellen könnte man über die Blöcke hopsen, bei uns hätte man da aber sehr nasse Füße bekommen. Also ist Tino von der hintersten Ecke des Absatzes am Massiv losgerannt und mit Schwung zum Totem Pole rübergependelt. Der Rest ging auch gut, die Route ist sehr schön, für 24 aber nicht einfach. Mittlerweile sind alle Carrots durch Bohrhaken ersetzt, man muss also nicht mehr den ganzen Chalkbag voller Bolthanger haben. Zum Schluss baut man einfach eine Seilbahn zum Massiv und fährt rüber, mit tollem Blick nach unten.  Auf dem Rückweg haben wir sogar noch einen Delfinschwarm gesehen.
Tino am Moai

Lisa bei der Seilbahn vom Totem Pole zurueck zum Festland (leider sieht man nur die Haelfte vom Gipfel)

Sonntag, 16. Januar 2011

Arapiles

Lisa klettert Kachoong 21

Tino in Have an nice Flight 25
Nach einem weiteren Unwetter waren die Wolken auf einmal weg und wir hatten jetzt drei Tage gutes Wetter. Für australische Verhältnisse sind die Temperaturen sehr angenehm.
Zum Klettern am Mount Arapiles gibt es ja unterschiedliche Meinungen, einige halten es für das beste Klettergebiet der Welt, andere finden es nicht so toll. Das Gebiet sieht erstmal ganz cool aus, der Zeltplatz ist hübsch und man kann von da zu allen Sektoren laufen, das ist super. Außerdem hopsen überall Kängurus rum. Die Kletterei ist oft etwas scary, weil fast alles selbstabzusichern und der Fels ziemlich glatt ist. Auch was im Kletterführer als Sportkletterroute drinsteht hat manchmal ganz ordentliche Hakenabstände. Insgesamt hat es uns aber schon gut gefallen, es gibt echt ein paar tolle Linien und die Felsstruktur fetzt.

Von oben kann man super über das komplett flache Land ringsrum gucken, wo im Moment eine tolle Fluss- und Seenlandschaft ist, alle Felder und Wiesen sind überflutet. Weiter weg sieht man außerdem die Grampians und orange leuchtend sogar die Taipan Wall, da müssen wir unbedingt noch hin, das ist nur gerade nicht so einfach. Und weil immer noch Bäche über den Campingplatz flossen haben wir uns auch getraut, abends Lagerfeuer zu machen. Dann haben wir uns zu viert (mit Franz und Flo) schön in den Qualm gesetzt und uns gefreut, dass da endlich mal keine Mücken waren. Tinos Rekord im Mücken-mit-einer-Hand-erschlagen liegt übrigens bei fünf auf einen Streich.

Wir fragen uns auch, wo eigentlich alle Kletterer hin sind, das ging schon in Neuseeland los - wenig los in Paynes Ford, gar nix los in Castle Hill (maximal 2 andere Boulderer, ich dachte da ist immer Party im Shelter?) und in Arapiles sind wohl normalerweise auch dreimal so viele Leute. Die einzigen die wir noch getroffen haben, sind zwei Adersbacher, mit denen wir vor zwei Jahren im Camp 4 ein Campsite hatten. Die australischen Kletterer schaufeln wahrscheinlich gerade Sandsäcke oder fahren Boot.

Im Moment überlegen was wir in den nächsten Tagen machen, denn der Grampians Nationalpark ist komplett geschlossen, von der Nothern Grampians Road fehlen z. B. einfach mal 120 m. Hier in Horsham wird für heute abend oder morgen Hochwasser erwartet, wie es nur einmal in 200 Jahren vorkommt. Der Hubschrauber kreist schon über der mit Sandsäcken gefüllten Innenstadt mit Notstromaggregat vorm Rathaus.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Australien - anders als erwartet

Nach der Ankunft in Sydney war erst einmal Autokaufen angesagt. Gerade ist zwar eine blöde Zeit dafür, weil viele Backpacker um Weihnachten herum ein Auto kaufen und nun der Markt leer ist, aber wir haben doch eins bekommen:

Unser „Brownie“ ist ein Holden Camira ´83. Man kann gut drin schlafen, er war sehr günstig,  fährt für sein Alter aber super und wird das hoffentlich auch noch ne Weile tun, denn in Australien ist echt gerade Ausnahmezustand. Aber dazu später…
unser "Brownie"

Über Freunde haben wir erfahren, dass Colin (der schon 3 Jahre in Dresden gewohnt hat, aber Australier ist) in Sydney wohnt. Also haben wir ihn besucht und haben von ihm eine Menge nützliche Sachen zum „Überleben“ in Australien bekommen. Außerdem hat er uns gesagt, dass Mathias Reinfried mit Sandra und Kind in den Blue Mountains ist. Also ab in die Blue Mountains. Und ab da beginnt das Desaster, das wohl noch eine Weile anhalten wird.

In Australien ist nämlich gerade einer von 20 Sommern in denen es NUR regnet. Colin meinte es regnet seit August. Wer die Nachrichten verfolgt hat, weiß das in Queensland Land unter ist. Aber auch andererorts ist es nicht besser. Wir haben in den 2 Tagen Blue Mountains nicht eine Stunde weiter als 100m gucken können und Klettern geht da natürlich auch nur bedingt. Also haben wir uns gedacht, fahren wir mal schnell die 1200 km in die Grampians und zum Mt. Arapiles. Das ging auch erst noch ganz gut bei nur Nieselregen, aber irgendwann war dann das erste Wasser auf der Straße und etwas später war die ganze Straße überflutet. Folge: 200 km Umweg. Am Abend sind wir endlich in Horsham unweit der Grampians angekommen, haben Flo und Franz (die beiden Österreicher, die wir auf Fiji und in Neuseeland getroffen haben) getroffen und sind in die Grampians gefahren. Das war der nächste Fehler! Über Nacht hat es 140mm geregnet (Vergleich Berlin: Jahresniederschlagsmenge = 500mm). D.h. wieder alles überflutet. Wir sind gerade so wieder rausgekommen, 2 von 3 Zufahrtsstraßen waren gesperrt und auf der Dritten sind wir im Matsch stecken geblieben. Erst der Parkranger konnte uns mit seinem Jeep befreien. Also wieder nach Horsham und eigentlich über Natimuk zum Mt. Arapiles. Leider war die Straße durch Natimuk gesperrt, weil das halbe Dorf unter Wasser stand. Das konnte man heute in vielen Zeitungen lesen. Gut, also sind wir über kleine Straßen 50 statt 9km zum Mt. Arapiles gefahren. Dort war gerade mal richtig Sonne und wir konnten noch 3 Routen klettern. Der Abend war allerdings wieder eine Katastrophe, aber nicht wegen dem Wetter sondern wegen den tausenden Mücken. Da hilft auch kein Mückenspray mehr, wenn man nicht atmen kann ohne eine Mücke einzuatmen.
Heute früh Regen und ein Ranger, der uns empfiehlt den Camping zu verlassen, weil noch mal 150mm Niederschlag an einem Tag erwartet werden. Erst wollten wir trotzdem da bleiben, aber dann haben uns die Mücken vertrieben. Das stinkt gewaltig und deshalb sind wir nach Horsham gefahren, um wenigsten in der Bibliothek trocken sitzen zu können.
auf der Straße?

Dafür kann man Bouldern überm Wasser


Fazit: 6 Tage Australien, davon 0 Tage ohne Regen. Der Bauch wird frustbedingt und aufgrund mangelnder Bewegung immer dicker. Mt. Arapiles ist abgesoffen und die Grampians in der nächsten Woche nicht erreichbar (weil nur Dirtroads)
So macht Urlaub kein Spaß….

Ach ich vergaß: Giftige Tiere gibt es in Australien viele. Mich hat in Sydney eine „Bluebottle“ Qualle angefallen und Lisa wurde von einem Vogel angekackt. Außerdem haben wir echt große Spinnen gesehen und diese rote, kleine, die wohl eine der gefiftigsten der Welt ist. Weiter so…

Positiv: ich konnte gestern im 2. Versuch eine tolle 25 klettern und die Hoffnung auf besseres Wetter

Freitag, 7. Januar 2011

Gesundes neues Jahr!

Nachdem wir uns aus den Wassermassen befreit hatten, haben wir auf dem Parkplatz in Te Anau ganz unromantisch Weihnachten verbracht und in der Nacht wurden wir von Orkanböen und Regen aus dem Zelt vertrieben. Nachdem wir die Westküste verlassen hatten, wurde das Wetter wenigstens wieder etwas besser. Wir sind entlang der Ostküste gefahren, haben Sightseeing betrieben (Dunedin, als schöne Stadt mit tollen Stränden und der steilsten Straße der Welt (35 %)). Außerdem noch die Moeraki Boulders, diese lustigen Steinkugeln mit bis zu 2m Durchmesser, die irgendjemand (vielleicht der Schöpfer) direkt an einem Strand der Ostküste geparkt hat. Der Versuch Pinguine durch illegales Vorbeiklettern an der Kasse zu sehen, schlug leider fehl, da die doofen Vögel noch nicht wieder an Land gekommen waren. Dann ging es weiter zu den Bouldergebieten Elephant Rock und Hulk Hogen, in denen wir uns ganz gut auf die bevorstehende Woche in Castle Hill einstellen konnten. Dort gibt es allerdings kein Internet, und in den nächsten Städten (bis 40km Entfernung) hatten fast alle Cafes und Bibliotheken bis nach Neujahr zu. Auch in den übrigen Internetmöglichkeiten war tote Hose, weil ein erneutes Erdbeben in Christchurch das Internet lahmgelegt hat.
Deshalb schreibe ich jetzt erst vom Flughafen in Christchurch, nachdem ich die Sprengstoffkontrolle (warum schon wieder ich) schwitzend überstanden habe, weil ich aus Gewichtsgründen 2 Hosen und 4 Pullover angezogen hatte.
Damit ist der Neuseelandteil unserer Reise fast abgeschlossen. Zeit für ein sehr kurzes Resumee: Neuseeland hat eine sehr abwechslungsreiche und schöne Landschaft, die oft an die Alpen erinnert. Neben vielen (etwa 50mio) Schafen und Kühen gibt es wenig Leute (4mio), die zum Großteil in der Stadt leben. Das erste Mal im Linksverkehr fahren ist ein Erlebnis, genauso wie das Wetter, was wohl bei uns nicht so toll war. Ich habe nie soviel Regen auf einmal erlebt.

Zum Sportklettern hat uns Paynes Ford am Besten gefallen, aber das Bouldergebiet um Castle Hill ist noch viel besser und da kann man auch ein paar Routen klettern. Die Kalkboulderei dort ist sehr gewöhnungsbedürftig, aber ziemlich faszinieren, wenn man es einmal bisschen raus hat. Viele Boulder sind nicht so überhängend, dafür wartet oft ein gemeiner Abschlussmantle auf einen, bei denen man versucht ohne jegliche Griffe irgendwie auf den Boulder zu kommen. Da kann man dann von oben lustig, verkrampfte Fotos machen. Lisa hat ihr Ziel erreicht. Am letzten Tag gelang ihr eine V6 mit vielen Knieklemmern. Und ich habe mein Ziel etwas verfehlt, aber dafür manteln geübt. Ich muss also noch mal wiederkommen.
Stemmen, Pressen , Drücken - typisch Castle Hill (V2)

Nette, exponierte V3

V4 Mantle können verdammt schwer sein

Lisas V6 in letzter Sekunde

Ab nach Australien…

Dienstag, 21. Dezember 2010

Neuseeland - Weltuntergang

Frohe Weihnachten an alle! Esst nicht zu viel...

Wir wollten nur mal kurz ein Lebenszeichen von uns geben. Auf Neuseeland ist es echt schwierig kostenloses W-LAN zu finden, deshalb haben wir ewig nix geschrieben.

Uns gehts an sich bestens, außer dass das Wetter gerade katastrophal ist.  Wir sind ganz im Südwesten der Südinsel am Milford Sound, da gibt es eine Alpenvereinshütte und ein paar Klettergebiete. Vorgestern sind wir zu der Hütte gefahren, man muss durch ein Flussbett, das war aber komplett trocken obwohl es in den letzten Tagen geregnet hatte. Also haben wir uns nix dabei gedacht. Dann hat es in der Nacht aber so krass geregnet, dass ein riesiger Fluss enstanden ist, man könnte bestens darauf raften. Also saßen wir gestern den ganzen Tag in der Hütte, es hat eh die ganze Zeit geschüttet. Jetzt sind wir gerade mit der Hüttenwirtin Rachel und einem Local in die Stadt gefahren. Rachel hat einen Jeep und so sind wir durch den Fluss gekommen, der hat heute auch schon ein bisschen weniger Wasser. Also genaugenommen sind es zwei Flüsse, im ersten liegen jetzt große Steine und der zweite ist hüfttief. Das kann sehr heiter werden unser kleines Mietauto da rauszubekommen.  Morgen soll es nicht mehr ganz so viel regnen, das ist dann unsere Chance bevor am Freitag wieder Weltuntergang angesagt ist.
Weltuntergangsstimmung und gefülltes Bachbett direkt an der Hütte

Klettern hinterm Wasserfall


Was haben wir bisher hier gemacht? Wir sind vor zwei Wochen in Auckland auf der Nordinsel angekommen und haben uns dann erstmal einen Tag lang Blubber-Blubber und Stinke-Stinke bei Rotorua angeguckt. Unter dem Gebiet dort ist eine Magmablase und überall dampft und brodelt es. Es gibt kochende Seen und Flüsse, Matschgeblubber, Gewässer in abgefahrenen Farben und überall stinkt es nach Schwefel.
Champagnerpool bei Rotorua

Dann haben wir die Tongariro Alpine Crossing gemacht, das ist auch ein must-have (entsprechend viele Leute sind unterwegs). Man läuft 20 km durch superschöne Vulkanlandschaft, kann zwischendurch den Herr-der-Ringe-Vulkan besteigen, dann gibt’s coole blaue Seen und zum Schluss noch ein bisschen Dschungel.
Herr der Ringe Vulkan im Tongariro NP

Wir waren auf der Südinsel bei Paynes Ford, das ist das bekannteste Sportklettergebiet Neuseelands. Wir waren drei Tage klettern und es war auch echt ganz cool, bläst voll die Unterarme auf, weil alles Sloper sind. Das legendäre Hangdog-Camp ist leider gerade geschlossen, also wohnen alle Kletterer auf einer Wiese am Fluss neben einer Brücke, 6 km vom Klettergebiet entfernt. Beim Regen konnte man dann gut unter der Brücke zelten. Leider wollte der Regen nicht mehr aufhören, also sind wir nach den drei Klettertagen aus Paynes Ford geflohen, die Westküste runtergefahren und hatten dann zumindest mal nicht ganz so schlechtes Wetter. Wir waren bei Wanaka und einen Tag hier im Milford Sound im Sektor The Chasm hinterm Wasserfall klettern (Bild oben).Vielleicht können wir sogar heute nochmal klettern gehen. Beim Zustieg zum Sektor Babylon wird man wohl sowieso komplett nass, weils durch den Dschungel geht und die Wand ist immer trocken, weil sie so überhängt.

Tino beim lustigen Swing in Paynes Ford

Freitag, 3. Dezember 2010

Fiji

Nachdem wir uns am Ende doch noch ganz gut mit Joshua Tree angefreundet hatten (man braucht halt ein bisschen Eingewöhnung und Tipps von Locals bei der Routenwahl) und einen anstrengenden aber erfolgreichen Abreisetag in Los Angeles  hatten, sind wir jetzt in Fiji am Strand. Beim 11 Stunden Flug haben wir den Äquator und die Datumsgrenze überquert, wodurch unser 1. Dezember quasi einfach ausgefallen ist. Während wir vorher 9 Stunden hinter der deutschen Zeit waren, sind wir jetzt 12 Stunden voraus. Ha, überholt. Außerdem haben wir auch die Temperaturskala von 30 Fahrenheit (ungefähr 0°C) auf 30°C umgestellt.
Fiji besteht aus sehr vielen sehr kleinen Inseln. Wenn man mit Air Pacific zwischen den USA und Neuseeland/Australien fliegt, ist Fiji ein kostenloser Zwischenstopp, weshalb man hier viele Weltreisende trifft.
Wir hatten uns vorher das Beachouse als Unterkunft ausgesucht, weil wir nur 5 Tage hier sind und da gleich auf der Hauptinsel bleiben wollten. Eigentlich wollten wir die 100 km vom Flughafen mit dem Bus herfahren, dann kam aber zufällig der Beachouse-Minibus vorbei, Tino hat einen guten Preis ausgehandelt und so war die Anreise sehr bequem. Unterwegs konnten wir gleich noch auf dem Obst- und Gemüsemarkt andocken. Da gibt es einige lustige, unbekannte Sachen und alles „haufenweise“. D.h. es gibt keine Kilo-Preise oder so, sondern vorsortierte Haufen („heaps“), die dann je 1 oder 2 Fiji-Dollar kosten. Also haben wir für je einen Dollar (= 40 Cent) 5 Papayas und 11 Auberginen gekauft. Praktischerweise sprechen hier alle englisch.

Das Beachouse ist das „Backpacker Resort“, sehr nett und relativ günstig. Wir leisten uns sogar ein 2-Bett-Häuschen, 150 m vom Strand entfernt und sehr gemütlich. Es ist hier echt so, wie ich mir das erhofft hatte, mit Strand, Palmen, Hängematte, Pool… ziemlich paradiesisch. Ein Klettergebiet fehlt allerdings, sonst wärs perfekt.
ohne Kommentar: der Strand eben

Gestern haben wir die Jungle-Wasserfall-Wanderung gemacht, die ist quasi ein Muss wenn man im Beachouse ist. Der Wasserfall ist zwar eher mickrig, aber auf dem Weg dahin erzählt der einheimische Guide lauter interessanten Sachen über die Pflanzen und so. Außerdem war es sehr unterhaltsam, weil wir mit drei englischen „City Girls“ (so wurden sie vom Guide bezeichnet) unterwegs waren, die mit ihren Flipflops im Jungle-Matsch überfordert waren. Wir hatten auch Flipflops an und hatten überhaupt keine Probleme, aber die drei Mädels konnten sich echt nicht bewegen und sind dann lieber barfuß gelaufen. Da waren sie dann aber hart im Nehmen, denn auf dem Boden waren überall richtig große Tausendfüßler.
Die "City Girls" beim Jungletrip

Gestern abend haben wir mit zwei österreichischen Kletterern auf der Wiese rumgesessen, als hinter uns eine Kokosnuss einschlug. Dann folgte der obligatorische Kampf um die Nuss irgendwie zu knacken und schließlich saßen wir beim Sonnenuntergang mit unserer Kokosnuss am Strand. So muss das Leben sein.
Fiji-Slackline

Samstag, 20. November 2010

Van sold, Bishop and Joshua Tree

Yuhu, wir haben unser Auto verkauft.
Das ist vielleicht der richtige Zeitpunkt um mal was über "Baby blue" (so heißt der Van) zu schreiben. Es ist ein alter (1992) GMC-Van, der seit März in deutscher Hand ist. Der Van ist supercool, man wird ständig darauf angesprochen, weil er auch noch total gut in Schuss ist. Und jeder der einen Blick hinein wirft ist neidisch auf unser "King size bed". Wir haben also (dank Gerlind und Gunter) ein riesen Matratze drin, die passt ganz genau rein und ist Luxus pur. Vor allem wenn es wie jetzt  immer um 17 Uhr dunkel und kalt wird.

Und weil der Van so toll ist, hatte Jason aus Boulder gleich bei unserer Ankunft gesagt, dass er ihn dann kauft. Er sollte ihn wor unserem Abflug in Los Angeles abholen. Vor einer knappen Woche kam dann die Nachricht, dass er weder Zeit noch Geld hat, das Auto zu kaufen. Also kurzzeitig Stress und große Van-for-Sale-Aktion. Nachdem erstmal ein paar Tage nix passiert ist, hatten wir gestern plötzlich drei Interessenten und haben den Van dann heute an zwei supernette Kletterer verkauft. Die sind auf einem "Roadtrip", ihr altes Auto war etwas eng und jetzt werden sie mindestens bis zum Sommer in "Baby blue" wohnen. Wir können das Auto noch bis Dienstag behalten und werden dann von den beiden am Flughafen abgesetzt. Perfekt.

Soviel zum Auto...

Wir waren noch drei Tage in den Buttermilks bzw. Happys bouldern. Dabei haben wir Katinka und Axel aus Stuttgart getroffen, die sind 9 Monate hier und haben eine Homepage mit ein paar Infos zu Bouldergebieten in den USA (+Squamish): http://axel.perschmann.info/
Wir waren mit den beiden bouldern und zum Abschluss nochmal in den Hot Springs (Keough Hot Springs Road). Diesmal wars auch wieder hot, weil das Hot Springs Schwimmbad ab 19 Uhr geschlossen hat und das Wasser nicht mehr abzapft.
Wir waren 2 Stunden planschen, das war sehr lustig, allerdings waren wir nachher sowas von aufgeweicht...

Jetzt sind wir in Joshua Tree. Landschaftlich ist der Nationalpark echt nett, viele Gipfel, Blöcke, Felshaufen und dazwischen überall die Joshua Bäume. Allerdings fehlen die Highlights und das Klettern reißt uns nicht so vom Hocker. Ansich ist die Kletterei cool, allerdings merkt man bei der Absicherung, dass das ein altes Klettergebiet ist. Entweder Risse, die immer schwerer sind als sie aussehen oder 30m-Platten mit 3 bis 4 Bohrhaken.

Unsere erste Route hier war 5.9 und echt krass. Crux zum zweiten Haken in 15 m Höhe mit Erdungspotenzial in Blöcken. Und für 5.9 voll abgefahren. Tino ist im Nachstieg direkt mal reingefallen (Nachstieg ist aber auch nicht sein Ding:)).
Es gibt viele Routen die man laut Kletterführer nur im Toprope klettern soll. Das ist doch komisch. Und dann sollte es wenigstens auch mal Umlenker (oder irgendwelche Haken) geben, damit man zum Topropen nicht den ganzen Gipfel mit Schlingen und Cams einstricken muss.

Heute waren wir Wäsche waschen und da hat uns ein alter Mann erzählt, dass es in so einer Kirche in der Nähe zwischen 16 und 18 Uhr kostenloses Thanksgiving Dinner gibt. Thanksgiving ist morgen und wird hier echt groß gefeiert. Jedenfalls sind wir da natürlich hingefahren und haben uns ein ordentliches Truthahn-Essen abgeholt. Die Leute da sahen alle bedürftig aus, allerdings standen dafür echt große Autos vor der Tür. Das Essen wurde von Pfadfindern serviert und war total lecker. Drei Gänge.

Montag, 15. November 2010

Red Rocks Genuss und Bishop

Nachdem ich mir im "Monkeyfinger" die Finger verletzt hatte und wir im "Prince of Darkness" in der Dunkelheit ohne Lampe absteigen mussten, hatten wir ein bisschen Angst davor, was uns erwartet, wenn wir "Levitation 29" klettern. Levitation heißt übersetzt "freies Schweben" und 29... mmh.

"Levitation 29" ist eine der besten Mehrseillängenrouten in den Red Rocks, 5.11c und 9 Seillängen. Zur Abwechslung hat mal alles funktioniert, wir haben alles gleich gefunden und die Route war echt der Hammer. Die Absicherung ist super, neue Bohrhaken wo man sie braucht, sehr solide Stände und zwischendurch muss man auch mal nen Klemmkeil legen. Die schweren Stellen sind cool, wir waren begeistert. Absolute Empfehlung!!! (Link: Levitation 29)

Auch eine Empfehlung, allerdings weniger förderlich fürs Klettern: CiCi´s Pizza. Da gibts für 5 Dollar Pizza-All-You-Can-Eat. Und die Pizza ist echt gut. CiCi´s gibts mehrfach in Las Vegas und offenbar auch sonst überall in den USA. Es gibt Pizza, Pasta, Salat und Dessert, lustigerweise gibts auch Pizza die mit Pasta bzw. Salat bzw. Dessert belegt ist.

Wir sind auch mal wieder durchs Death Valley gefahren, diesmal waren die Temperaturen angenehm, man konnte sogar aussteigen und sich was angucken.
Badwater (86m unter NN) im Death Valley - Laufen auf der Salzkruste

Jetzt sitzen wir in Bishop im "Black Sheep" und trinken Kaffee, das ist hier der Kletterertreffpunkt. Wir waren in den Buttermilks und den Happies bouldern und es lief eigentlich ganz gut. Vor allem Tino ist viel besser als beim letzten Mal als wir hier waren. Heute früh waren wir in den Hot Springs baden, leider sind die gerade gar nicht hot sondern nur warm.

Bouldern in Bishop